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Energie AG Oberösterreich kündigt 20.000 Photovoltaik-Verträge

Anna Fessler, 22.05.2024 14:58

LINZ. Die Energie AG Oberösterreich kündigt 20.000 ihrer Kunden die PV-Verträge. Klaus Dorninger und Alexander Marchner, die Geschäftsführer der Energie AG Vertrieb, gaben dies am Dienstag (21.05) bekannt. Die Kunden bekommen stattdessen einen neuen Tarif angeboten, der sich am Referenzmarkt orientiert.

Das Überangebot an Solarstrom bei gleichzeitig fallenden Marktpreisen ist laut Energie AG der Hintergrund für die Kündigung von 20.000 PV-Verträgen. Betroffene Kunden werden per Post und E-Mail informiert und bekommen einen neuen Tarif angeboten. (Foto: Smileus/stock.adobe.com)
Das Überangebot an Solarstrom bei gleichzeitig fallenden Marktpreisen ist laut Energie AG der Hintergrund für die Kündigung von 20.000 PV-Verträgen. Betroffene Kunden werden per Post und E-Mail informiert und bekommen einen neuen Tarif angeboten. (Foto: Smileus/stock.adobe.com)

Rund 20.000 Energie AG Kunden erhalten dieser Tage Post via Brief oder E-Mail. Gekündigt werden Einspeiseverträge ab 15,73 Cent/kWh, der Vertrieb der Energie AG Oberösterreich reagiere damit gezwungenermaßen auf das sich massiv verändernde Marktumfeld. Betroffene Kunden erhalten gleichzeitig ein Angebot: Der neue Tarif „Team Sonne Loyal Float“ orientiert sich monatlich am Referenzmarktwert, den die E-Control jeden Monat für den Vormonat veröffentlicht. Von dem ermittelten Marktwert werde ein Abschlag abgezogen, so die Energie AG, was jedoch bis Jahresende ausgesetzt wird. Nach unten ist der Tarif gedeckelt, die Minimalvergütung liegt bei zwei Cent pro kWh – vorausgesetzt der Strom wird von der EAG bezogen.

Sinkende Marktpreise für Photovoltaik

Hintergrund ist der Photovoltaik-Boom, seit dem Beginn des Angriffskrieg Russlands in der Ukraine hat sich die Anzahl der PV-Anlagen in Oberösterreich mehr als verdoppelt. Zu Spitzenzeiten gibt es daher ein Überangebot an Strom. Die Übermengen müssen am Markt verkauft werden, in Verbindung mit einer gleichbleibenden oder geringeren Nachfrage ergeben sich fallende oder teilweise sogar negative Preise im Stromhandel. Seit dem 4. Quartal 2022 würden sich die Marktpreise für Photovoltaik kontinuierlich nach unten entwickeln, die Preise für die Einspeisung müssten daher angepasst werden, so die Energie AG.

Laut dem Unternehmen würden hohe Einspeisevergütungen in Zeiten mit PV-Überschussproduktion bedeuten, dass Haushalte ohne eigene Photovoltaik-Anlagen indirekt jene Haushalte quersubventionieren, die überdimensionierte Anlagen installiert haben. Auch die Kosten für den teureren Betrieb der Stromnetze aufgrund der hohen Einspeisemengen würden zulasten der Konsumenten ohne eigene Anlagen. Dennoch müsse man die PV-Kapazitäten weiterhin stark ausbauen, in Zukunft sei mit einer starken Steigerung der Stromnachfrage zu rechnen.

SPÖ Oberösterreich kritisiert Schritt

SPOOE-Energiesprecher Thomas Antlinger kritisiert die Entscheidung der Energie AG in einer Aussendung, diese bringe „eine massive Unsicherheit für viele Haushalte“ und gefährde den notwendigen Ausbau erneuerbarer Energien.

NEOS üben heftige Kritik (Update 23.05)

Karin Doppelbauer, Nationalratsabgeordnete und stv. NEOS-Landessprecherin: „Wie jeder PV-Anlagenbesitzer weiß, ist eine Investition in eine PV-Anlage eine wohlüberlegte Entscheidung, die mit einer teilweise starken finanziellen Belastung einhergeht. Garantierte Einspeisepreise dienen dazu, eine planbare Kalkulation aufzustellen und auf eine rasche Amortisation vertrauen zu können. Die plötzliche 180-Grad-Wende der Energie AG wirft nun die Finanzierungspläne von 20.000 Anlagenbesitzern über den Haufen.“ NEOS-Landessprecher Felix Eypeltauer meint: „Indem man nun PV-Anlagenbesitzer derart vor den Kopf stößt, gefährdet die Energie AG den Ausbau der Erneuerbaren auf fahrlässige Art und Weise.“


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22.05.2024 21:07

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