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Stadt Linz will stagnierende Nutzung des Öffi-Verkehrs vorantreiben

Marlis Schlatte, 27.06.2024 17:45

LINZ. In den vergangenen zehn Jahren ging die Nutzung des motorisierten Individualverkehrs von 49 auf 42 Prozent zurück. Der Anteil der Wege, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt wurden, stagnierte bei 21 Prozent. Um die Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, müssten noch mehr Menschen den öffentlichen Verkehr nutzen, so die Stadt Linz. Veränderungen sollen die Regionalstadtbahn sowie die neue O-Bus-Linie 48 bringen. Weiter warten heißt es jedoch bei den Bus-Linien 13 und 14.

Am liebsten fahren die Linzer mit den Straßenbahnlinien 1, 2, 3 und 4. (Foto: Volker Weihbold)
Am liebsten fahren die Linzer mit den Straßenbahnlinien 1, 2, 3 und 4. (Foto: Volker Weihbold)

Die Stadt Linz hat sich zum Ziel gesetzt, den motorisierten Individualverkehr (MIV) zu reduzieren und den öffentlichen Verkehr (ÖV) attraktiver zu gestalten. Diese Bemühungen waren in der Vergangenheit erfolgreich: Laut der aktuellsten Verkehrszählung ist der Anteil der Wege mit MIV in den letzten zehn Jahren von 49 Prozent auf 42 Prozent gesunken.

Um die Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, müssen noch mehr Menschen den ÖV nutzen und der Anteil des MIV weiter sinken. Trotz Fortschritten sei Linz noch immer stark autolastig, so Bürgermeister Klaus Luger (SP) und Mobilitätsreferent Vizebürgermeister Martin Hajart (VP).

In den kommenden zehn Jahren soll deshalb über eine Milliarde Euro in den öffentlichen Verkehr investiert werden.

Täglich fahren 270.000 mit Bim und Co.

Von der Stadt Linz werden bis 2025 rund 50 Millionen Euro in den öffentlichen Verkehr investiert, darin sind die O-Bus-Achse und die Regionalstadtbahn Linz mit heuer 5,3 Millionen Euro und 22 Millionen Euro im kommenden Jahr bereits enthalten.

Zu den 50 Millionen kommen Investitionen der Linz AG in Höhe von 20 Millionen Euro hinzu, etwa für Fuhrpark, Gleisanlagen, Haltestelleneinrichtungen usw. Im Vorjahr verzeichneten die Verkehrsmittel der Linz AG 99 Millionen Fahrgäste, was einem täglichen Durchschnitt von 270.000 Personen entspricht. Die Straßenbahnlinien 1, 2, 3 und 4 sind am beliebtesten mit etwa 61 Millionen Fahrgästen. Das Streckennetz der Linz AG umfasst 206 km, bedient von 62 Straßenbahnen, 88 Autobussen, 20 O-Bussen, sieben Bergbahnen und 13 Stadtteillinienbussen. Neue Stadtteillinien auf den Pöstlingberg und in die Lunzerstraße wurden kürzlich in Betrieb genommen.

Buslinien 13 und 14 sollen getrennt werden

Ab 2027 soll zudem die neue O-Bus-Linie 48 fahren. Diese wird von der Haltestelle Karlhof in Urfahr über die Neue Donaubrücke und den Osten von Linz zum Bulgariplatz und bis zur Neuen Welt führen. Dadurch sollen die Straßenbahnlinien in der Innenstadt sowie der Verkehrsknotenpunkt Hauptbahnhof entlastet werden.

Verzögerungen beim vierspurigen Ausbau der Westbahn-Strecke, insbesondere beim Umsteigeknoten Ebelsberg, hätten bisher hingegen Investitionen gebremst, welche die Erreichbarkeit des Linzer Südens betreffen. Die geplanten Bus-Linien 13 und 14, die vom Linzer Süden über die Industriezeile bis nach Urfahr fahren sollen, können weiterhin noch nicht umgesetzt werden, da sich die Bauarbeiten der ÖBB verzögern.

Ein Problem bei der Umsetzung dieser Bus-Linien stelle vor allem die Finanzierung dar, da die beiden Linien bisher immer gemeinsam geplant und betrachtet wurden. Mobilitätsreferent Hajart möchte nun eine Splittung der Linien beantragen, sodass zunächst nur eine Bus-Linie finanziert werden muss und früher umgesetzt werden kann.Wenn die entsprechenden Anträge angenommen werden, könnten die Busse innerhalb von zwei Jahren bestellt und die Linie 13, welche den Stadtteil Pichling an das Linzer Zentrum anschließen soll, aufgebaut werden.

Eine Seilbahn für Linz?

Auch beim Anteil der Wege, die zu Fuß zurückgelegt werden, schneidet Linz im Vergleich gut ab. Gerade für eine alternde Bevölkerung sei eine „Stadt der kurzen Wege“ ein wichtiger Aspekt, so Hajart. Hier möchte man etwa mit mehr Sitzgelegenheiten weiter unterstützen.

Weiterhin pocht Bürgermeister Klaus Luger im Bereich des Öffentlichen Verkehrs auf eine Stadtseilbahn. „Die Zukunft wird den Stadtseilbahnen gehören. Diese stellen eine Alternative im Öffentlichen Verkehr in dicht verbauten Gebieten dar. Wenn unterirdisch sowie oberirdisch nicht mehr gebaut werden kann, bleibt nur die dritte Option - in der Luft“, so Luger. Die Investition sei zu Beginn zwar höher als bei traditionellen Verkehrsmitteln, jedoch nicht die laufenden Kosten. Zudem brauche man weniger Personal, zählt Luger seine Pro-Argumente für eine Seilbahn auf, die er bei einem Besuch in Toulouse beobachten konnte.Es müssten aber natürlich zuerst Studien in Auftrag gegeben werden, mit denen die Durchführbarkeit, passende Standorte usw. geprüft werden sollen.

In der Linzer Stadtregierung herrscht für dieses Projekt allerdings derzeit eher wenig Zustimmung.


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