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Messnetz in Linz soll erweitert werden: Klimasimulation liefert wichtige Erkenntnisse

Marlis Schlatte, 26.09.2024 12:43

LINZ. Um meteorologische Eigenschaften verschiedener Standorte in Linz zu untersuchen, wurde eine Klimasimulation in der Stadt durchgeführt. Auf Grundlage der Ergebnisse soll nun das Netz an Messpunkten ausgebaut werden.

Versiegelte Flächen weisen deutlich höhere Temperaturen auf, die auch nachts nur wenig abkühlen. (Foto: Volker Weihbold)

Bereits 2021 wurde die städtische Abteilung Stadtklimatologie und Umwelt mit dem Aufbau eines meteorologischen Messnetzes beauftragt. Ziel ist es, Daten zum Stadtklima zu sammeln und ein flächendeckendes Monitoring zu ermöglichen. Nun wurde ein Projekt vom AIT (Austrian Institute of Technology) durchgeführt, bei dem optimale Standorte für Messstationen in Linz ermittelt werden sollten, die das Mikroklima der Stadt detailreich abbilden.

„Diese Daten ermöglichen es, die Auswirkungen von Bebauung, Grünflächen und anderen Faktoren auf die Temperatur und Luftzirkulation in den verschiedenen Stadtteilen genau zu analysieren“, so Johannes Horak, Abteilungsleiter der Stadtklimatologie und Umwelt der Stadt Linz.

Erkenntnisse der Simulation

Die Analyse der Lufttemperatur in Linz zeigt, dass versiegelte Flächen, Straßen und Brücken deutlich höhere Temperaturen aufweisen, während grüne Innenhöfe und Parks kühlend wirken. Es zeigt sich zudem, dass die Temperatur mit zunehmender Höhe, weniger Bebauung und mehr Grünflächen abnimmt. Besonders auffällig sind die Temperaturunterschiede zwischen Straßen und Dächern: Straßen bleiben während Hitzeperioden heiß, während Dächer größeren Temperaturschwankungen ausgesetzt sind.

Ein weiterer Aspekt ist der Kaltlufthaushalt. Simulationen zeigen, dass kühle Luft aus dem Norden, etwa über die Donau oder Gräben, wie den Haselgraben, den Dießenleitengraben, aber auch entlang der Altenbergerstraße oder von Außer- und Mittertreffling kommend, ins Stadtzentrum strömt. Im Süden profitieren die Stadtteile Ebelsberg, Neue Heimat, Kleinmünchen und Bindermichl-Keferfeld von lockerer Bebauung und Grünflächen, die Kaltluft fördern. In besonders dicht besiedelten Stadtteilen, etwa in der inneren Stadt, im Franckviertel oder im Bulgariplatzviertel wurden Simulationen mit einer höheren Auflösung durchgeführt, um das Mikroklima zu überwachen.

Zusätzlich wurden Durchlüftungssimulationen erstellt, die Orte mit hoher Windexposition identifizieren. Diese Daten helfen dabei, Anpassungsstrategien an den Klimawandel zu entwickeln, um die Lebensqualität in Linz langfristig zu verbessern.

Grüngürtel als „Schatz“ bewahren

Derzeit gibt es in Linz sechs Messstationen der Stadt Linz. Bis zu 50 neue Standorte wurden auf Grundlage der Projektergebnisse als wertvolle Messstandorte ausgewählt. Die genau Anzahl an neuen Messpunkten ist noch nicht final, man sei hier noch in Abstimmungen, etwa mit Herstellern von Messgeräten.

Bei der Präsentation der Messergebnisse bezog sich Klima-Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) auch auf die geplante Bebauung im Linzer Grüngürtel im Univiertel: „Nach diesen Ergebnissen sehen wir, dass es keine gute Idee ist, den Grüngürtel in Auhof bei der Johannes Kepler Universität anzugreifen. Wir können es uns nicht erlauben, im Stadtgebiet durch Eingriffe klimatische Verschlechterungen zuzulassen. Und es wird zu einer Verschlechterung kommen, wenn wir bebauen. Es ist wichtig, dass wir den Schatz bewahren, den wir aktuell noch haben.“


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