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Nach Bericht von "Brucknerhaus-Columbo": Aufklärung der LIVA-Affäre nimmt Fahrt auf

Anna Fessler, 10.10.2024 14:10

LINZ. Am Mittwoch, 9.Oktober kam der Linzer Kontrollausschuss zur LIVA-Affäre zusammen. Der neue LIVA-Aufsichtsratsvorsitzende Meinhard Lukas, der in einer Pressekonferenz bereits ausführlich über erste Erkenntnisse berichtete, war als Auskunftsperson eingeladen. Georg Redlhammer, Vorsitzender des Kontrollausschusses, resümiert: die Regierungsparteien hätten mehr gewusst, als sie ursprünglich eingeräumt haben.

Meinhard Lukas, Aufsichtsratsvorsitzender der LIVA, berichtete dem Kontrollausschuss über seine Recherchen in punkto Brucknerhaus-Skandal und der Causa Luger. (Foto: Andreas Röbl)

Georg Redlhammer bezeichnet Meinhard Lukas als „Brucknerhaus Columbo“, tatsächlich hat Lukas innerhalb kurzer Zeit eine Fülle an Informationen über die Causa LIVA zusammengetragen, Tips berichtete. Dabei kam unter anderem zum Vorschein, dass es eine bislang unbekannte Whistleblower-Meldung zum Thema „Bereicherung und Vetternwirtschaft“ Dietmar Kerschbaums (dem entlassenen LIVA- und Brucknerhaus-Chef, Anm.) gab, die Ex-Bürgermeister Klaus Luger offenbar versanden ließ. Auch förderten Lukas Recherchen gravierende Urheberrechtsfragen bei Kerschbaums Bewerbungs-Konzepten zu Tage.

Redlhammer: „LIVA-Aufsichtsratsmitglieder tragen Mitschuld“

Nach der gestrigen Sondersitzung des Kontrollausschusses zeichne sich laut Redlhammer „ein unanständiges Bild des Machtsystems Klaus Luger ab“. Der Bericht von Lukas hätte aber auch ans Licht gebracht, dass die Regierungsparteien mehr wussten, als sie ursprünglich eingeräumt hatten, so Redlhammer weiter. So wussten etwa die im LIVA-Aufsichtsrat vertretenen Fraktionen über das Gehalt Kerschbaums 2017 Bescheid, hätten sich aber nach Bekanntwerden des Skandals ahnungslos gegeben. Spätestens seit dem ersten Kontrollamtsbericht vom Mai 2023 hätten alle um das – wie es Redlhammer bezeichnet – skandalöse Geschäftsgebahren im Brucknerhaus Bescheid gewusst. „Alle haben geschwiegen. Alle tragen eine Mitschuld. Auch das gehört zur Aufklärung.“

Skandal als Chance für Brucknerhaus

Lukas habe in einer dreistündigen Marathonsitzung des Kontrollausschusses alle gestellten Fragen beantwortet, mit Ausnahme jener, die Persönlichkeitsrechte, Datenschutz oder Verschwiegenheitsregeln verletzten würden. Redlhammer übt Kritik an der ÖVP, diese würde die erwähnten Ausnahmen als Black-Box interpretieren und damit indirekt Rechtsbruch fordern. Wichtig sei nun vor allem, dass der Betrieb im Brucknerhaus weitergehe und dieses endlich eine neue künstlerische Leitung bekommen. „Mit dem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden kann etwas gelingen: Der Auswahlprozess wird ohne Zwischenrufe, sensibel und ohne versteckte Korruption stattfinden. Zu sensibel ist das Thema jetzt. Damit hat das Brucknerhaus die Chance eine herausragende Leitung zu finden. Ich sehe das als einmalige Chance, dass aus dem entstanden Chaos etwas wirklich Großes für Linz entstehen wird.“, schließt Redlhammer optimistisch.

Grüne: Kontrollausschuss braucht alle Unterlagen

Die Grünen reagierten im Anschluss an die Sitzung des Kontrollausschusses: es führe kein Weg daran vorbei, alle relevanten Unterlagen – soweit rechtlich möglich – dem Kontrollausschuss zugänglich zu machen. „Gleichzeitig muss es darum gehen, die Lehren aus den Missständen zu ziehen und im Interesse der Linzerinnen und Linzer sowie der LIVA-Mitarbeitersicherzustellen, dass sich solche Verfehlungen künftig nicht wiederholen können. Ein essenzieller Baustein hierfür ist die Arbeitsgruppe zur Evaluierung der Holding, die auf Initiative von Stadträtin Eva Schobesberger bereits eingerichtet worden ist“, sagt Kontrollsprecherin Ursula Roschger.


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