Linzer Innenstadt mit Plus von 11,6 Prozent bei der Besucherfrequenz
LINZ. Seit Anfang 2026 ist der neue Standortmanager für die Linzer Innenstadt Jürgen Landerl-Brameshuber im Amt. Eines seiner wichtigsten Anliegen: Die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt weiter zu verbessern. Positive Zahlen liefert er gemeinsam mit Wirtschafts-Stadtrat Thomas Gegenhuber (SPÖ) und City Ring-Geschäftsführerin Ursula Fürstberger-Matthey: Die Besucherfrequenz ist im Jahresvergleich um 11,6 Prozent gestiegen.

Im Zeitraum von 1. Jänner bis 31. Dezember 2025 besuchten 6.735.218 Personen die Linzer Innenstadt – ein Plus von 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 6.034.738). Das bedeutet, dass 2025 durchschnittlich 18.453 Menschen pro Tag durch die Innenstadt flanierten – etwa um 2.000 am Tag mehr.
Neues Dashboard
Gemessen werden können die repräsentativen Frequenzdaten von S+M. Sie basieren auf anonymisierten Handydaten. Das neue System für die repräsentativen Daten über die Besucherfrequenz wird durch eine Kooperation von City Ring, Wirtschaftskammer Linz-Stadt und Stadt Linz ermöglicht, die die Kosten zu jeweils einem Drittel tragen, wie Ursula Fürstberger-Matthey erläutert.
Jürgen Landerl-Brameshuber: „Wir bekommen damit Echtzeitdaten über neun Messpunkte in der Innenstadt und in Urfahr, können auch filtern, ob jemand nur bis zu zehn Minuten da war oder länger.“ Die oben erwähnten Besuchszahlen sind jene ohne Kurzbesuche bis zu zehn Minuten.
Größte Steigerung im vierten Quartal
Die größten Steigerungen bei der Besucherfrequenz wurden im vierten Quartal 2025 verzeichnet, fast um ein Drittel (31,9 Prozent): Von Oktober bis Dezember verweilten 2.040.317 Personen in der Innenstadt – im Schnitt 22.177 pro Tag. Das hat besonders für das wichtige Weihnachtsgeschäft große Bedeutung.
Auch Daten zur durchschnittlichen Verweildauer werden gesammelt: 2025 waren das im Schnitt 52 Minuten, nach 47 Minuten im Jahr 2024. „Gerade diese Verweildauer wollen wir weiter erhöhen“, so der neue Standortmanager.
Mehr Aufenthaltsqualität – drei Lücken ausgemacht
Was seine erste Analyse des Branchenmixes in der City zeigt: „Der aktuelle Ist-Zustand in der Innenstadt ist gut, der Mix ist in Ordnung, wir wollen aber besser werden.“
Jürgen Landerl-Brameshuber hat in Bezug auf den Branchenmix in der Innenstadt und die Altersstrukturen drei Lücken ausgemacht:
Die größte Gruppe (31 Prozent, 20 bis 39 Jahre) bekommt
- zu wenig Freizeit- und kulturelle Erlebnisangebote
- zu wenig konzeptstarke Mode- und Lifestyleformate
Die kaufkräftige Gruppe (25 Prozent, 40 bis 59 Jahre) bekommt zudem zu wenig Angebote im Bereich Wohnen und Technik.
Gerade Freizeit und Kultur müsse für die Aufenthaltsqualität enorm verstärkt werden, das sei aktuell sein Hauptanliegen. Möglich wäre das auch zum Beispiel mit hybriden Angebotsformen, wie es schon in der neuen Kleiderbauer-Filiale geplant ist: Hier entsteht auch ein neues Café.
Gemeinsamer „roter Faden“ wichtig
Wichtig für den passenden Branchenmix jedenfalls sei das gemeinsame daran arbeiten: „Mir ist der persönliche Kontakt mit den Eigentümern, mit den Maklern wichtig, damit wir einen gemeinsamen roten Faden finden.“
„Es geht um den Dialog und das gemeinsame Abstimmen“, ergänzt Stadtrat Thomas Gegenhuber. Dass das Bewusstsein etwa bei den Vermietern steige, dass ein guter, langfristiger Mieter wichtig sei, steige aber, so City Ring-Managerin Ursula Fürstberger-Matthey. Das Schöne jetzt sei auch, dass nicht die Leerstände gezählt würden, sondern gleich daran gedacht werde, wie man diese nutzen könne.
Initiative „einBLICKe“ belebt leere Schaufenster
Eine solche Möglichkeit ist die Initiative „einBLICKe“, die Jürgen Landerl-Brameshuber gestartet hat. Bestehende Geschäftstreibende, Kunstinitiativen oder Schulen erhalten die Möglichkeit, leerstehende Schaufenster temporär zu nutzen und ihre Produkte einem breiteren Publikum zu präsentieren. Gleichzeitig wird dadurch das Stadtbild verbessert. „Im besten Fall merkt der Passant gar nicht, dass es sich um einen Leerstand handelt“, so Landerl-Brameshuber.
Ein solches Beispiel findet sich aktuell in der Landstraße 48. „In den ehemaligen Räumlichkeiten von Benetton nutzen bereits Geschäfte die Schaufenster, um die jeweiligen Waren ansprechend in Szene zu setzen.“
Südliche Landstraße
Bei der viel diskutierten südlichen Landstraße verweist Stadtrat Gegenhuber auch auf das Innenstadtkonzept. Natürlich sei bewusst, „dass wir in der südlichen Landstraße Luft nach oben haben. Die Hoffnung ist, aus der Kombination mit Plätze-Umgestaltung, mit stärkerem Dialog mit Eigentümern – welche Geschäfte kommen rein – etwas drehen zu können“, so Gegenhuber. Landerl-Brameshuber: „Es ist sehr spannend dort, es ist eine sehr große Chance. Da gehören aber alle dazu, auch für eine gemeinsame Vision.“
City Retail Report weist 2,8 Prozent Leerstandsquote auf
Ebenfalls veröffentlicht wurde der neue S+M City Retail Report Österreich 2025/26. Demnach ist die Leerstandsquote in der Linzer Innenstadt auf 2,8 Prozent gesunken (Vorjahr: 3 Prozent). Damit liegt Linz unter dem Durchschnitt der österreichischen Primärstädte, der bei 4,8 Prozent liegt. Nicht einberechnet in den Zahlen sind Flächen, die zwar noch leer stehen, bei denen die zukünftige Nutzung aber bereits vorgesehen ist.
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