Zweiter Bauabschnitt: Spatenstich für das „Herzstück“ der A 26 gesetzt
LINZ. Mit dem Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt der A 26 Linzer Autobahn ist die nächste Bauphase für den umstrittenen Westring gestartet. „Herzstück“ der neuen Etappe ist der rund drei Kilometer lange Freinbergtunnel. Gemeinsam mit der Unterflurtrasse Waldeggstraße verbindet er künftig die Ende 2024 eröffnete Donautalbrücke mit der A7 Mühlkreis Autobahn. Die Verkehrsfreigabe ist für 2032 geplant.

Am Freitag, 3. Juli erfolgte der Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt der A 26 Linzer Autobahn. Mobilitätsminister Peter Hanke, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Landesrat Günter Steinkellner sowie Vorstandsdirektor Hartwig Hufnagl für den Bauherrn ASFINAG gaben das offizielle Startsignal. Ebenso Vizebürgermeister Martin Hajart und Stadtrat Thomas Gegenhuber (i.V. Bürgermeister Dietmar Prammer) als Vertreter der Stadt Linz.
Ort des Geschehens: Der Stollen am südlichen Donauufer, von wo der mehr als drei Kilometer lange Tunnel durch den Freinberg in Richtung Bahnhof vorgetrieben wird. Für das Jahr 2032 ist die Verkehrsfreigabe der zwei getrennten Röhren – mit jeweils zwei Fahrspuren – gemeinsam mit der Unterflurtrasse Waldeggstraße geplant. Der Durchzugsverkehr verschwindet somit zum größten Teil unter der Erde.
„Investition in Zukunft des Wirtschafts- und Lebensraums“
Mobilitätsminister Hanke bezeichnet die A 26 als „eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte Oberösterreichs und ein Zukunftsprojekt für den Wirtschafts- und Lebensstandort Linz“. Rund 85 Prozent der Strecke verlaufen im Tunnel. Dadurch würden Lärm, Staus und Emissionen deutlich reduziert. „Mit dem Freinbergtunnel entsteht das Herzstück der Verbindung. Die Fahrzeit zwischen Urfahr und dem Hauptbahnhof sinkt auf wenige Minuten“, so Hanke.
Auch Landeshauptmann Stelzer sieht große Vorteile für die Stadt und Oberösterreich: „Weniger Verkehr in der Innenstadt bedeutet mehr Lebensqualität, mehr Sicherheit und mehr Raum für die Entwicklung unserer Landeshauptstadt. Die A 26 ist weit mehr als ein Straßenbauprojekt – sie ist eine Investition in die Zukunft des Wirtschafts- und Lebensraums Oberösterreich.“
„Die A 26 sorgt künftig für kürzere Wege, eine deutliche Entlastung des innerstädtischen Verkehrs und mehr Lebensqualität für die Menschen in Linz“, so auch Landesrat Steinkellner.
Vizebürgermeister Hajart: „Der Bau von Verkehrsinfrastruktur ist gerade jetzt ein wichtiger Impuls zur Wirtschaftsbelebung: In Linz werden nicht nur 1,2 Milliarden Euro in den Westring, sondern auch 3 Milliarden in den Ausbau der Öffis investiert.“
1,2 Milliarden Euro Investition
Die Bauarbeiten gelten als technisch besonders anspruchsvoll. Der Freinbergtunnel wird bergmännisch errichtet und führt sowohl durch Fest- als auch Lockergestein. Im Bereich der Waldeggstraße entsteht eine rund 600 Meter lange Unterflurtrasse. Dort werden künftig drei Tunnelröhren und vier Straßenebenen übereinander verlaufen. Trotz der Arbeiten soll der Verkehr während der gesamten Bauzeit weitgehend aufrechterhalten werden. Geh- und Radwege sowie der öffentliche Verkehr sollen erreichbar bleiben.
Insgesamt kostet der zweite Bauabschnitt rund 1,2 Milliarden Euro. Das Land OÖ übernimmt zehn Prozent der Kosten, die Stadt Linz fünf Prozent. Die ASFINAG investiert darüber hinaus bis 2031 mehr als zwei Milliarden Euro in Straßenprojekte in Oberösterreich.
Abtransport per Schiff, klimafitte Bäume
ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagel: „Die A 26 ist ein Schlüsselprojekt für bessere Mobilität und mehr Lebensqualität in Linz.“ Die Bauarbeiten im dicht verbauten Stadtgebiet seien eine große Herausforderung. Gleichzeitig garantiere die ASFINAG den bestmöglichen Schutz von Menschen und Umwelt sowie die Aufrechterhaltung der wichtigen Verkehrsverbindungen.
Auch beim Materialtransport setzt die ASFINAG auf eine möglichst umweltschonende Lösung. Rund 500.000 Kubikmeter Tunnelausbruch werden überwiegend per Schiff über die Donau abtransportiert. Dadurch sollen rund 75.000 Lkw-Fahrten durch das Linzer Stadtgebiet vermieden werden. Zusätzlich würden nach Abschluss der Bauarbeiten mehr klimafitte Bäume gepflanzt als für das Projekt entfernt werden mussten, wird versprochen.
Einblick via Projektatlas und Video
Mit sogenannten digitalen „Projektatlanten“ setzt die ASFINAG bei sehr wichtigen Bauvorhaben mittlerweile auf „State of the Art“-Projektkommunikation. So auch mit dem neuen A 26 Projektatlas und einem Video, die transparent die Bauabläufe und die Veränderungen im Stadtbild visualisieren – zu finden auf www.asfinag.at/a26
Für Fragen, Anliegen und Beschwerden steht die Baustellen-Ombudsperson A 26 zur Verfügung: E-Mail: A26-ombudsperson@asfinag.at, Mobil: 0664 6010810526.
Kritik von den Grünen
Die Linzer Grünen kritisieren das Megaprojekt erneut: „Im Jahr 2026 eine Autobahnschneise mitten durch die Stadt zu betonieren, während Städte wie Paris alles daransetzen, den Autoverkehr aus dem Zentrum zu drängen, ist einfach nur zukunftsvergessen. Das bedeutet enorme Belastungen für Anrainern, einen massiven Schaden für Umwelt und Lebensqualität sowie einen finanziellen Scherbenhaufen für die Stadt“, so Umweltstadträtin Eva Schobesbeger. Befürchtet werden auch weitere Kostensteigerungen.


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