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OÖ.  Die Raiffeisenbankengruppe Oberösterreich hat im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 40 Prozent mehr private Wohnbaukredite vergeben als im Vorjahr. Viele aufgeschobene Wohnprojekte werden nun umgesetzt.

RLB OÖ-Generaldirektor Reinhard Schwendtbauer (Foto: RLB OÖ)
RLB OÖ-Generaldirektor Reinhard Schwendtbauer (Foto: RLB OÖ)

In Oberösterreich nimmt die Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen wieder zu. Von Jänner bis Juni 2026 schloss die Raiffeisenbankengruppe OÖ 3.409 private Wohnbaukredite ab. Das sind um 40,5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025.

Das Volumen der neuen Kredite stieg noch stärker. Es lag bei 634,6 Millionen Euro und damit um 48,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Damit wurde zur Jahresmitte bereits das gesamte Neuabschlussvolumen des Jahres 2024 übertroffen.

„Wir sehen eine klare Belebung der Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen. Viele Kundinnen und Kunden setzen jetzt Wohnprojekte um, die sie in den vergangenen Jahren aufgrund des schwierigen Marktumfelds und der strengen Regelungen im Rahmen der KIM-Verordnung verschoben haben“, erklärt Reinhard Schwendtbauer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ.

Fixzinsen dominieren

Vier von fünf Wohnbaukrediten wurden im ersten Halbjahr mit einer Fixzinsvereinbarung abgeschlossen. Die durchschnittliche Kreditsumme betrug 188.000 Euro. Die Laufzeit lag im Schnitt bei rund 24 Jahren oder 290 Monaten.

Die größte Gruppe der Kreditnehmer war zwischen 30 und 34 Jahre alt. Das Durchschnittsalter aller Kreditnehmer lag bei 36 Jahren.

Nach Einschätzung von Schwendtbauer fördern mehrere Entwicklungen die Nachfrage: „Die Realeinkommen vieler Haushalte haben sich verbessert, wodurch wieder mehr finanzieller Spielraum für Projekte vorhanden ist. Gleichzeitig haben sich die Baukosten stabilisiert, was zu mehr Planungssicherheit beiträgt. Und auch das Zinsumfeld hat sich seit Mitte 2024 deutlich verbessert.“

Das Niveau der Bauboom-Jahre ist jedoch noch nicht erreicht. Im ersten Halbjahr 2022 schloss Raiffeisen OÖ 5.939 Wohnbaukredite mit einem Gesamtvolumen von 849,9 Millionen Euro ab.

Sanierungen gewinnen an Bedeutung

Immer mehr Finanzierungen betreffen Sanierungen, Umbauten und die Revitalisierung bestehender Immobilien. Familien investieren etwa in Mehrgenerationenlösungen, Objekte im Familienbesitz, Zubauten und Modernisierungen.

Neubauten bleiben vor allem im ländlichen Raum ein Thema. Baugründe im Familienbesitz, Eigenleistungen und Unterstützung aus dem Umfeld können dort die Kosten senken.

„Heute wird noch genauer kalkuliert als früher. Wohnwünsche werden an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst. Gefragt sind kompaktere, effizientere und wirtschaftlich gut darstellbare Lösungen“, so Reinhard Schwendtbauer.


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