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LINZ. Durch Tauben Verschmutzte Balkone, Fensterbänke und Wohnbereiche sorgen in Linz immer wieder für Beschwerden. Die Stadt plant nun ein Taubenfütterungsverbot und setzt auf die Zusammenarbeit mit Wohnbaugesellschaften, wie Sicherheits- und Gesundheits-Stadtrat Michael Raml (FPÖ) ankündigt. 

Archivfoto - Stadtrat Raml kündigt Maßnahmen zur Eindämmung der Taubenpopulation an. (Foto: Volker Weihbold)

Die Stadt Linz will die wachsende Taubenpopulation und die damit verbundenen Verschmutzungen eindämmen. Der städtische Sicherheitsausschuss arbeitet laut Raml an einer Verordnung, die das Füttern von Tauben im Stadtgebiet verbieten soll. Ziel ist es, die unkontrollierte Vermehrung der Tauben einzudämmen. Nach dem Beschluss soll der Ordnungsdienst die Einhaltung kontrollieren.

Gemeinsam mit Wohnbauträgern

Besonders in Wohnanlagen sorgen sich einnistende Tauben und Taubenkot auf Balkonen, Fensterbänken sowie in allgemeinen Wohnbereichen immer wieder für Beschwerden. Stadtrat Raml hat daher auch die in Linz tätigen Wohnbaugesellschaften um Unterstützung gebeten. „Mir ist wichtig, dass sich die Menschen in ihren Wohnanlagen wohlfühlen können. Taubenkot ist nicht nur ein optisches Problem, sondern kann Krankheitserreger übertragen und langfristig auch die Bausubstanz schädigen. Deshalb ist ein gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten notwendig.“

Bauliche Maßnahmen

Neben dem Fütterungsverbot sollen tierschutzgerechte bauliche Maßnahmen eine Ansiedlung verhindern. Information und Aufklärung sollen zudem Bewusstsein für die negativen Folgen der Taubenfütterung stärken. „Jeder Einzelne kann dazu beitragen, die Taubenpopulation einzudämmen“, betont Raml. „Deshalb setzen wir auf ein Maßnahmenpaket aus Prävention, Kontrolle und Sensibilisierung. Vielen ist allerdings nicht bewusst, dass wiederholte Verstöße gegen bestehende Hausordnungen bis hin zur Auflösung des Mietverhältnisses durch die jeweilige Wohnbaugesellschaft führen können.“

ÖVP fordert raschen Beschluss

Die ÖVP Linz begrüßt die Pläne und verweist auf einen von der VP Linz im April 2026 eingebrachten Antrag für ein Taubenfütterungsverbot, der damals einstimmig dem Ausschuss für Sicherheit und Gesundheit zugewiesen wurde. „Spät, aber doch – nach 103 verlorenen Tagen muss die Verordnung jetzt rasch in den Gemeinderat“, so Klubobfrau Michaela Sommer. Die 103 verstrichenen Tage seit dem Gemeinderatsantrag würden für mehr als zwei vollständige Brutzyklen reichen. 

Die angekündigte Zusammenarbeit mit den Wohnbauträgern und die Präventionsmaßnahmen sind für Sommer wichtige Ergänzungen. „Entscheidend ist aber, dass aus der Ankündigung rasch eine vollziehbare Regelung wird. Die Verordnung muss jetzt rasch vorgelegt und spätestens in der nächsten Gemeinderatssitzung am 24. September beschlossen werden.“ 

LinzPlus fordert Taubenhäuser

LinzPlus-Gemeinderätin Brita Piovesan erneuert ihre Forderung nach Taubenhäusern. „Wer tatsächlich Lösungen will, sollte mit den Menschen sprechen, die seit Jahren erfolgreich mit Tauben arbeiten – nicht ihre Expertise ignorieren. Statt mit einem pauschalen Fütterungsverbot und einer Law-and-Order-Politik gegen jene vorzugehen, die sich verantwortungsvoll um die Tiere kümmern, sollte Linz auf wissenschaftlich erprobte Konzepte wie betreute Taubenhäuser setzen.“ Sie verweist auf das Modell an der JKU Linz mit gezielter Fütterung, Eiertausch und professioneller Betreuung, um die Population zu stabilisieren und Verschmutzungen deutlich zu reduzieren. 


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