Frauen und Einpendler als Treiber für steigende Arbeitslosenzahlen in der Stadt Linz
LINZ. Die Arbeitslosigkeit in der Stadt steigt kontinuierlich an. Waren im Oktober vor drei Jahren noch 7.133 Personen ohne Arbeit, sind es aktuell mit 9.398 Personen um beinahe ein Drittel mehr. Auffallend ist der steigende Anteil an arbeitslosen Frauen.

Obwohl aufgrund der schrittweisen Anpassung des Pensionsalters in Summe mehr Frauen in Beschäftigung sind, steigt die Arbeitslosigkeit im Alter zwischen 60 und 65 Jahren. Ein Grund dafür sind Strukturänderungen aufgrund der Rezession in den vergangenen Jahren. Sparmaßnahmen beispielsweise in der Verwaltung, der Buchhaltung oder im Marketing treffen tendenziell Frauen, unabhängig vom Bildungsgrad. Fehlen trotz Erreichens des Pensionsalters noch Versicherungs- oder Erwerbsmonate für den Pensionsanspruch und kann kein neuer Job gefunden werden, rückt der tatsächliche Pensionsantritt nach hinten und die Langzeitarbeitslosigkeit steht im Raum. Unabhängig vom Geschlecht verzeichnen Ältere ab 55 Jahren und Langzeitarbeitslose in der Linzer Arbeitslosenstatistik überdurchschnittliche Zuwächse. Gesundheitliche Einschränkungen erschweren die Vermittlung. Positiv hingegen: Weniger unter 25-Jährige sind arbeitslos. Iris Schmidt, Geschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Oberösterreich, nennt die engmaschige Betreuung der Jugendlichen, die Jugendstrategie OÖ und die Vermittlung eines realistischen Berufsbilds als Hebel.
Arbeitslosigkeit abhängig von Wirtschaftswachstum
Den Anstieg an Arbeitslosen in Linz in den vergangenen drei Jahren um beinahe ein Drittel erklärt Iris Schmidt in Zusammenhang mit der Rezession und dem fehlenden Wirtschaftswachstum: „Es benötigt zwischen 1,5 und zwei Prozent nachhaltiges Wirtschaftswachstum, um die Arbeitslosenquote zu reduzieren.“ Die Wirtschaftswachstumsprognose liegt laut WIFO im Oktober bei 0,9 Prozent, nach 0,5 Prozent 2025 und zwei negativen Jahren 2024 und 2023. Personalveränderungen würden sich nun aber stabilisieren. Die Zahl der offenen Stellen in Linz-Stadt ist, verglichen mit Oktober des Vorjahres, leicht gesunken.
Pendeln nach Linz
Linz punktet bei Bewerbern mit marktführenden Unternehmen, höheren Industrielöhnen und Benefits. Klein- und Mittelbetriebe in der Umgebung können oft nicht mithalten und stehen somit in Konkurrenz zur Industrie. Es kommt bei der Personalsuche laut Iris Schmidt zu einer „Bestenauslese“. Da das Pendeln meistens eine Einbahnstraße Richtung Ballungszentren ist (siehe dazu auch Artikel auf Seite 6), zieht diese Entwicklung eine niedrigere Arbeitslosenquote in den umliegenden Mühlviertler Bezirken und eine höhere in Linz nach sich. In Hinblick auf die Demografie bemühen sich Bezirke vermehrt, Arbeitskräfte aus Zentren wie Linz, Traun, Steyr und Wels für sich zu gewinnen. Die Erwerbsprognosen für manche Bezirke sind negativ, da die Erwerbsbevölkerung zwischen 15 und 65 Jahren vor Ort schrumpft.







