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AIGEN-SCHLÄGL. Putenfleisch ist gefragt. Fleisch von der Biopute noch mehr. Das merken auch Maria und Gerhard Wöss, die vor einem Jahr auf Putenhaltung umgestiegen sind und von Fleck weg einen breiten Kundenstamm aufbauen konnten. Jetzt wird das Vertriebsnetz bereits ausgebaut.

  1 / 3   Maria und Gerhard Wöss und ihre Töchter Anna (7) und Lisa (4) inmitten der Puten-Schar: Die Umstellung haben sie nicht bereut.  Fotos: Gahleitner

Nur als wir fürs Fotografieren die Truthennen auf der Weide stören, beginnen sie lautstark zu schnattern. Ansonsten sind sie ein sehr geduldiges, genügsames Geflügel-Völkchen, das einen sauberen, trockenen, am Anfang sehr warmen Stall, gutes Futter und viel Auslauf braucht. Und genau das bekommen sie am Hof der Familie Wöss in Diendorf: Sobald sie zehn Wochen alt sind und somit ihr Gefieder dicht genug ist, haben sie freien Zugang zur Weide und können sich das frische Grün schmecken lassen. Im Stall wartet dann das hofeigene Bio-Getreide, vermischt mit Eiweißkonzentrat. Etwa 20 Wochen werden die Tiere alt, ehe sie zum Geflügel-zertifizierten Schlachter nach Kirchberg kommen. „Im Biobereich dauert das etwas länger als konventionell“, wissen die beiden Landwirte, die eigentlich durch Zufall auf die Pute gekommen sind. „Wir haben vor zehn Jahren vom Milchbetrieb auf Schafe umgestellt, aber mit denen sind wir nicht so zurecht gekommen. Das wollte ich nicht mein Leben lang machen“, erzählt Gerhard Wöss. Also haben sie auf den Rat eines Freundes gehört und Puten und gleichzeitig ein paar Angus-Rinder eingestellt.

Nachfrage steigt

Zwar war den Vollerwerbsbauern aus Aigen-Schlägl anfangs doch etwas bang, ob sie ihre 150 Vögel auch anbringen, aber „dank Mundpropaganda ist es eigentlich schnell ein Selbstläufer geworden. Am Jahresende sind sie uns schon zu wenig geworden“, freuen sich die beiden.

Heuer sind sie schon für einen größeren Kundenkreis gewappnet, monatlich wird geschlachtet und je nach Bedarf wieder junge Puten eingestellt. Neben der privaten Kundschaft zählen auch ein paar Wirtshäuser zu den Abnehmern. Außerdem wird das Putenfleisch (ebenso wie Angus-Rindfleisch) ab Anfang Mai auch in der Rohrbacher Fleischerei Leibetseder zu haben sein. „Die Leute wollen wieder mehr Qualität und nicht Ware aus Massenproduktion“, sind Maria und Gerhard Wöss überzeugt. Wer ebenfalls Fleisch von den glücklichen Puten genießen will, kann sich unter Tel. 0664/73073 533 über den nächsten Schlachttermin informieren.


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