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AMSTETTEN/MAUER. Im Mai wurde das Sparkling Science-Projekt „Geschlossene Anstalt? Die Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling in der NS-Zeit und im kollektiven Gedächtnis“ abgeschlossen. Die Forschungen stehen aber noch nicht am Ende.

Injoest-Leiterin Martha Keil bei ihrer Ansprache im Rathaussaal. Fotos: Thomas Lettner
  1 / 2   Injoest-Leiterin Martha Keil bei ihrer Ansprache im Rathaussaal. Fotos: Thomas Lettner

Im Rathaussaal Amstetten fand vorige Woche die Auftakt-Veranstaltung zum Citizen Science-Projekt „Namen, Gräber und Gedächtnis“ statt. Am Friedhof des Landesklinikums Mauer liegen mehrere hundert von insgesamt etwa 2.400 Opfern der „NS-Euthanasie“ der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling begraben. Die hohe Zahl (mehr als 800) der in Mauer durch Hunger, Vernachlässigung, Gewalt, falsche Medikation und Starkstrom Ermordeten machte im November 1944 eine Erweiterung des Anstaltsfriedhofs um 300 Grabstellen notwendig. Heute ist davon keine Spur mehr zu sehen. Ziel des Projekts ist daher, mit unterschiedlichen Gruppen von Citizen Scientists (Laienwissenschaftlern) den erweiterten Anstaltsfriedhof und damit die dort Begrabenen ins öffentliche Bewusstsein zu holen. Durch biographische Forschung sollen die Lebensgeschichten der vergessenen Patienten rekonstruiert werden.

Anonymität wird gewahrt

Alle Interessierten – ob Angehörige von Opfern, medizinischem Personal oder mit dem LKH Mauer verbundene Personen – können sich an der Forschung beteiligen. Die Beiträge und Ergebnisse werden bei den Schlussveranstaltungen am 23. April 2020 im Rathaussaal Amstetten präsentiert. Die Anonymität der Beteiligten wird auf Wunsch natürlich gewahrt. Der erste Workshop findet am 9. Oktober, 17 Uhr, in der VHS Amstetten (Anzengruberstraße 3) statt. Voranmelden kann man sich bis 30. September bei Stadtarchivar Thomas Buchner (t.buchner@amstetten.at oder 07472/601343).


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