Weitere Gemeinden im Bezirk bieten Platz für Asylwerber
BEZIRK/MAUTHAUSEN. Kaum ein Thema bewegt unser Land derzeit mehr als die aktuelle Herausforderung, Flüchtlinge unterzubringen. Seit Monaten wird Österreich mit einem Flüchtlingsandrang konfrontiert, welcher die humanitäre Hilfe auf allen Ebenen vor große Herausforderungen stellt. Auch die Region steht zu seiner Verantwortung. Nach dem Pfarrheim in Pabneukirchen wurde nun auch in Mauthausen ein weiteres Quartier fixiert.

In jedem Bezirk wurde eine Steuerungsgruppe installiert, die unter dem Vorsitz der Bezirkshauptleute gemeinsam mit den Organisationen die Koordination bei der Suche nach Asylwerberquartieren übernommen hat.
„Wir schauen drauf, dass die Verteilung im Bezirk gleichmäßig ist“, erklärt Bezirkshauptmann Werner Kreisl.
Leerstände, die bekanntgegeben werden, werden von den betreuenden Organisationen auf ihre Brauchbarkreit überprüft. Danach wird das Land über die Möglichkeit einer Unterbringung informiert und die Zuteilung kann erfolgen.
Unterkunft im ehemaligen Bezirksgericht
Die Marktgemeinde Mauthausen wird im kommenden Monat rund 30 Asylwerber aufnehmen. Untergebracht werden diese im ehemaligen Gerichtsgebäude am Marktplatz. Der Mietvertrag wurde Anfang dieser Woche unterzeichnet, die Adaptierung der Räumlichkeiten beginnt demnächst. Das großteils leer stehende, ehemalige Gerichtsgebäude bietet die Möglichkeit für die Unterbringung von Flüchtlingen. Kürzlich hat dazu eine Besprechung der Fraktionsvorsitzenden und des Gemeindevorstandes stattgefunden. Eingebunden waren auch Vertreter der katholischen Pfarre, des muslimischen Vereines ATIB sowie der neuapostolischen Kirche, des Roten Kreuzes und der Volkshilfe. Bürgermeister Thomas Punkenhofer kann sich über eine breite Unterstützung freuen. Pfarrmoderator Johann Fürst: „Wir begrüßen die Unterbringung von Asylwerbern in unserem Ort. Schon im Leitbild der Pfarre ist unsere Verpflichtung zu gelebter Gerechtigkeit und Gleichberechtigung festgeschrieben.“
Die Fraktionen SPÖ, ÖVP und Grüne bekundeten ihr Einverständnis für die Unterbringung im ehemaligen Gerichtsgebäude. Allein die FPÖ hält das Gebäude hierfür ungeeignet. Bürgermeister Punkenhofer (SP): „Ich freue mich insbesondere, dass die Entscheidung, Menschen in einer schwierigen Lebenssituation Unterkunft und Hilfestellung zu geben, von einer überwältigenden Mehrheit getragen wird. Nahezu alle Besprechungsteilnehmer haben spontan ihre Unterstützung zugesichert.“ Die Gemeinde vermietet nun die entsprechenden Räume befristet auf zweieinhalb Jahre. Die Asylwerber werden, wie bereits in angrenzenden Orten, von der Volkshilfe betreut.
Suche gemeinsam mit den Bürgern
In Luftenberg möchte der Vorsitzende der Grünen, Thomas Karbiner, einen neuen Weg bei der Suche nach möglichen Quartieren gehen. Auf der Ebene einer überparteilichen Plattform könnte gemeinsam mit der Bevölkerung überlegt werden, wo es Leerstände gibt. Das müssten dabei keine gemeindeeigenen Gebäude sein, sondern könnten auch private Objekte sein z. B. Bauernhöfe, ungenutzte Firmengebäude. Bürgermeisterin Hilde Prandner hat diese Idee aufgenommen. „Wir haben der Bezirkshauptmannschaft schon unsere Vorschläge geschickt, wir werden sehen, ob etwas dabei ist, das passt.“


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