„Salzpiraten“ in Einbaum auf blutigem Beutezug
MAUTHAUSEN/KLAM/TRAUNKIRCHEN. Ein Drehteam begab sich auf Spurensuche nach den Piraten vom Traunsee. Helden im Hintergrund waren Männer des Mauthausener Kajakvereines „Blaunasen“ und Schwertkämpfer der Burg Clam.

Die Dokumentation „Die Salzpiraten vom Traunsee“ wurde vor einigen Wochen mit neun Darstellern und 45 Komparsen gedreht. Stars am Set waren neben den Hauptdarstellern Martina Poel (Vier Frauen und ein Todesfall) und Michael Joachim Heiss (Soko Donau) unter anderem Schwertkämpfer der Burg Clam, Mauthausener Kanuten und der 800 Kilogramm schwere und zehn Meter lange Einbaum aus dem Freiluftmuseum Keltendorf. Heinz Luftensteiner hatte im Jahr 2004 den Schwarzpappelstamm in sechsmonatiger Handarbeit ausgehöhlt und bearbeitet. Dieser steht seither im Keltendorf Mitterkirchen und wird vereinzelt vom Kajakverein aktiviert. „Wir haben mit dem Einbaum erfolgreich eine Salzzille überfallen. Die Dreharbeiten zu Wasser inklusive Schwertkämpfen waren sehr spektakulär. Es macht einen Unterschied ob die Kämpfer festen Boden unter den Füßen haben oder ein schwankendes Wasserfahrzeug. Sie mussten in voller Montur auf die Zille rüberspringen“ blickt „Blaunasen“-Vereinsobmann und „Admiral“ Christian Wartner auf vier spannende, aber auch anstrengende Drehtage zurück. Er und seine Kollegen hatten wilde Kampfszenen zu Wasser und an Land zu bestehen. Gemetzel im Morgengrauen Ihre Dreharbeiten gingen nach einem Piratenfest mit einem schrecklichen Gemetzel im Morgengrauen zu Ende. „Leider hat keiner von uns den nächtlichen Überfall überlebt,“ verrät Wartner. „Aber es war für uns sehr spannend, so einen Dreh hautnah mitzuerleben und Einblicke in filmtechnische Details zu bekommen.“
Es klingt abenteuerlich: alpine Piraten trieben bis ins 11. Jahrhundert im Salzkammergut ihr Unwesen. Sie hatten es auf das wertvollste Gut ihrer Zeit abgesehen: das Salz. Aber sie kämpften nicht nur um das Weiße Gold; sie kämpften auch um ihre Freiheit und um ihr Recht. Als das Gebiet um den Traunsee in bayrischen Machtbereich geriet, entstand ein Nebeneinander von Rechtsauffassungen. Möglicherweise verlangten die Traunkirchner eine Abgabe für die Salztransporte und holten sich den Zoll auch mit Gewalt. Das wurde, je nach Rechtsansicht, als Piraterie betrachtet. Ausgangspunkt für den Film sind historische Berichte über Angriffe auf Salzzillen im neunten und zehnten Jahrhundert. Auf dem Traunkirchener Johannesberg hätten die Freibeuter ihr Lager gehabt, heißt es.Über Antworten, die der Film am Ende gibt, wurde nichts verraten.
SENDEHINWEIS Serie „Bergwelten“ auf ServusTV „Die Salzpiraten vom Traunsee – Freibeuter des weißen Goldes“ Ausstrahlung: voraussichtlich 27. November 2015
INFO Ein historischer Aufsatz im Katalog der Landesausstellung 2008 brachte die Wiener Filmproduktionsfirma Metafilm auf den Stoff. Laut Produzent Peter Drössler ist dabei ein Dokumentarfilm mit eingebauten Filmszenen entstanden. Er und sein Team übernahmen die vorhandenen historischen Berichte aber nicht nur, sondern recherchierten selbst weiter.








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