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Leserartikel Margarete Frühwirth, 21.06.2016 16:10

MAUTHAUSEN. Sechs kasachische Schülerinnen aus der Schule St. Lorenz in Korneewka/Kasachstan sind derzeit unterwegs in Österreich und Deutschland, um die deutschsprachigen Länder kennenzulernen und ihre Deutschkenntnisse im Alltag auszuprobieren und zu vertiefen. Gemeinsam mit Sr. Kunigunde Fürst werden sie demnächst auch in Mauthausen Station machen.

Kunigunde Fürst macht mit ihren Schülerinnen auch in Mauthausen Station.
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Die Schülerinnen wollen ihre 5000 Flugkilometer entfernte Heimat Kasachstan vorstellen, aus ihrer Geschichte erzählen und traditionelle Tänze und Lieder zeigen. Begleitet werden sie dabei von ihrer Lehrerin Sr. Kunigunde Fürst.

Aktive Pensionistin

Die Schwester des Mauthausener Priesters Johann Fürst war 18 Jahre lang Generaloberin der Franziskanerinnen in Vöcklabruck und ist seit ihrer Pensionierung 2013 bei einem Sozial- und Schulprojekt ihres Ordens in Kasachstan tätig. Auf die Frage, warum sie in einem Alter aufbrach, in dem andere ihren wohlverdienten Ruhestand genießen, meinte die 71-Jährige lachend: „Ich bin zwar vom Schuldienst und als Oberin pensioniert, aber da ich noch Kraft und Gesundheit habe, will ich diese auch noch woanders einsetzen. Es ist gut, dass wir als Franziskanerinnen nicht nur in Österreich tätig sind und ich Neues in den den Blick nehmen kann. Mir ist Bildung ganz wichtig, sie macht die Menschen offen, macht sie großzügig im Urteil und gibt ihnen Weitblick. Bildung befähigt zum Querlesen und Querdenken – diese Tugenden sind für die Gesellschaft enorm wichtig und dazu möchte ich beitragen, solange ich gesund bin und man mich brauchen kann.“ Zu ihren Eindrücken und Erfahrungen in Kasachstan befragt, sagt Fürst: „Man muss mit weniger zufrieden sein. Das Wasser kommt vom Brunnen, Strom gibt es aber man weiß nicht, für wie lange. Die Menschen leben in ärmlichsten Verhältnissen. Es werden ein paar Hühner, Gänse oder Schweine gehalten und verkauft, um über den Winter mit Temperaturen bis minus 40 Grad zu kommen. Klosetts und Duschen sind keineswegs Standard. Aber trotzdem: Die Arbeit von Mensch zu Mensch gelingt hier, sprengt die Grenzen zwischen den Religionen. Kinderwochen werden organisiert. Es finden Theatervorstellungen statt, bei der alle Kinder mitmachen, egal welcher religiösen Richtung. Eine Kasachin spielt Orgel, das ganze Dorf ist auf den Beinen.“ Mehr über den - an den Landesgrenzen zu Russland, China, Turkmenistan, Usbekistan und Kirgisistan gelegenen - flächenmäßig neuntgrößten Staat der Erde wird Fürst bei ihrem gemeinsamen Vortrag mit ihren Schülerinnen erzählen.

Kasachstan – Vortrag mit Liedern und Tänzen

Montag 27. Juni 2016, 19.30 Uhr 

Pfarrheim Mauthausen.

INFO zur Person

Sr. Kunigunde Fürst wurde 1944 in Ried/Riedmark geboren und trat 1959 in den Orden der Franziskanerinnen ein. Sie studierte Mathematik und ist promovierte Theologin. Die Ordensschwester unterrichtete als Gymnasiallehrerin in Wels. Von 1994 bis Sommer 2012 bekleidete sie das Amt der Generaloberin der Franziskanerinnen in Vöcklabruck, ab 2008 auch das der Vorsitzenden der Frauenorden. Sie wurde für ihr jahrzehntelanges soziales Engagement mehrfach ausgezeichnet. 


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