Weihnachtsfest fern von daheim
MAUTHAUSEN. Artus Saura Gragero ist ein junger Mann aus Katalonien. Er verbrachte das Weihnachtsfest in seiner Kindheit in einem Dorf Namens Blanes an der Costa Brava im Kreis seiner Familie. Seit einem Jahr lebt er nun in Österreich und erinnert sich an die Weihnachtszeit in seiner Heimat.

“Weihnachten in Katalonien ist sehr angenehm und freundlich. Die Straßen sind sehr schön geschmückt und es ist eine Zeit der Familientreffen. Katalanen sind Genießer und zu jedem Feiertag gibt es immer etwas Besonderes. Traditionell wird am 8. Dezember der „Caga Tió“ ins Haus geholt. Das ist ein Holzklotz mit einem aufgemalten Gesicht. Der bekommt bis zum Heiligabend jeden Abend Nüsse , Brot oder Obst. Weihnachten steht auf jedem Dorfplatz ein Weihnachtsbaum, wichtiger ist allerdings die Krippe „El Belén“.“ Auf eine Besonderheit weist Artus lachend hin: „Wir haben in unseren Krippen den „Caganer“; das ist eine kleine Figur mit heruntergelassener Hose.“ Der junge Mann vermutet den Ursprung dieser besonderen Figur im Stolz der Katalanen, die sich niemals einer fremden Macht beugen würden. „Am 26. Dezember wird „San Esteban“ der Stephanstag gefeiert. Dazu trifft sich traditionell die ganze Familie zum gemeinsamen Mittagessen. Der 6. Januar ist der Tag der Bescherung. Für viele, vor allem aber für die Kinder ist er „der“ Tag des Jahres. Am Vorabend finden Umzüge mit riesigen Wagen statt, in denen Könige durch die Städte fahren.“
Artus' Weihnachten in Österreich
Vergangenes Jahr verbrachte der 25-jährige die Weihnachtszeit bei seinem Vater in Österreich und er erinnert sich spontan vor allem an die Kälte. „Es ist hier zu dieser Zeit sehr kalt, aber das Essen ist sehr lecker und die Atmosphäre, die ich spüre ist sehr schön. Was ich am meisten mag und hier vermisse, ist das Essen von Mutter und Großmutter und dass ich meine Lieben nicht um mich habe.“ Am Schönsten findet er hier zu dieser Jahreszeit den Schnee. „Ich freue mich deshalb dieses Jahr besonders, dass ich ein ganz anderes Weihnachten hier an dem schönen Ort Lech am Arlberg verbringen werde. Auch wenn ich ein wenig traurig bin, weil ich für fünf Monate meine Lieben nicht sehen kann. „ Artus wird als Barkeeper die Wintersaison verbringen, um sein Deutsch verbessern und neue Erfahrungen zu machen. „Ich bin sehr gespannt auf diese neue Erfahrung,“ sagt Artus Saura Gragero und wünscht allen Lesern, aber vor allem seiner Tante und seinem Vater in Mauthausen „Bon nadal“ – „Frohe Weihnachten“.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden