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MAUTHAUSEN. Vermittler sind für die KZ-Gedenkstätte in Mauthausen von großer Bedeutung. Sie machen Rundgänge mit den  Besuchern und vermitteln dabei die Geschichte des denkwürdigen Ortes in Verbindung mit emotionalen Fragen der Besucher. Ab Juni kann man sich wieder als Vermittler ausbilden lassen. 

Paul Schwediauer ist seit fast zehn Jahren als Vermittler in Mauthausen tätig. Foto: Mai
Paul Schwediauer ist seit fast zehn Jahren als Vermittler in Mauthausen tätig. Foto: Mai

Momentan betreuen rund 80 Vermittler im Schnitt 4000 Gruppen in Mauthausen. Das sind rund 90.000 Besucher. Letztes Jahr waren 73.000 Schüler in der Gedenkstätte. Davon waren 49.000 österreichische Schüler. Der Rest sind Reisegruppen oder betriebliche Fortbildungen. Besucher haben die Möglichkeit aus zweistündigen Rundgängen, Rundgang und Workshop oder Rundgang mit Vor- und Nachgespräch zu wählen. 

Der verschiedene Umgang mit den Gruppen ist für Paul Schwediauer immer wieder eine neue Herausforderung. Er ist seit seinem Zivildienst 2009 für die Gedenkstätte als Vermittler tätig. Obwohl er mittlerweile seinen Hauptwohnsitz in Wien hat, verbindet er immer noch sehr viel mit dem Ort. „Es ist wichtig eine Distanz zu dem Ort zu bewahren“, so Schwediauer. „Man soll mit den Menschen in einen Dialog treten. Das ist eine Mischung von historischen Informationen und auch die Beantwortung von manchmal sehr emotionalen Fragen und es ist wirklich jede Gruppe anders, die man durch das Areal führt“, sagt er weiter. 

Es gibt eine breite Palette von Menschen die als Gruppenleiter tätig sind. Schwediauer ist zum Beispiel Agrarwissenschaftler. Auch altersmäßig sind die Vermittler breit aufgestellt. Die Jüngste ist 21 Jahre alt, während die Älteste bereits 70 Jahre als ist. Viele arbeiten bewusst nur 30 Stunden pro Woche damit sie einen Tag für Mauthausen zur Verfügung haben. Die maximale Betreuung pro Tag beträgt nicht mehr als vier Stunden. Da es eine gewisse Anstrengung mit sich bringt und die Vermittler immer die nötige Distanz zum Ort aufbringen sollen. 

Ausbildung

Die Ausbildung dauert von Juni bis Dezember und ist kostenlos. Dabei absolviert man acht Ausbildungsmodule und tastet sich langsam an den historischen Ort heran. 150 Interessenten sind bereits vorgemerkt. Für die Ausbildung werden 30 Personen ausgewählt. Wichtig ist, Leute aus der umliegenden Region dafür zu begeistern. Da Rundgänge mit zehn verschiedenen Sprachen angeboten werden, sind auch Fremdsprachenkenntnisse für die Bewerber von Vorteil. Außerdem sollte man ein gewisses Feingefühl mitbringen, damit man sich immer wieder auf die verschiedenen Gruppen einlassen kann. 

Am Mittwoch, 28. Februar um 18.30 Uhr findet ein Informationsabend in der Gedenkstätte statt. Dabei wird die Ausbildung genauer erklärt, welche Anforderungen man als angehender Vermittler mitbringen sollte und wie die Bewerbung auszusehen hat. Weitere Informationen auch unter der E-Mail Adresse education@mauthausen-memorial.org.


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