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MELK, WIEN. Im Melker Stiftshof im ersten Wiener Gemeindebezirk wurde das Programm der Barocktage 2016 vorgestellt. Etliche Neuerungen warten zu Pfingsten auf die Besucher.  

Unter dem Motto "Illusion und Wirklichkeit" stehen die Barocktage 2016. Foto: photo-graphic-art
  1 / 2   Unter dem Motto "Illusion und Wirklichkeit" stehen die Barocktage 2016. Foto: photo-graphic-art

Die Internationalen Barocktage Stift Melk stehen 2016 unter dem Motto „Le monde fantastique. Illusion und Wirklichkeit.“ Ganz bewusst haben sich die Internationalen Barocktage, allen voran der künstlerische Leiter Michael Schade, dazu entschieden ein Programm zu wählen, das sich auch in der Location des Stiftes Melk widerspiegelt. So kam beim Bau des Benediktinerstiftes so manch architektonisches Gestaltungsmittel zum Zug, das bewusst das Auge des Betrachters täuscht – angefangen von Malereien, die Decken höher erscheinen, Formen länger werden oder einfache Baumaterialien hochwertiger aussehen lassen. Michael Schade: „Was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, halten wir für wirklich. Doch manchmal wird unser Geist überlistet. Unser Programm ill dieses Prinzip aufnehmen, variieren und uns damit gleichzeitig inspirieren.“

„All die Konzerte und auch das Rahmenprogramm spiegeln die dramaturgische Idee der Barocktage 2016 wider und verweisen so auf barocken Spuren zur Lebensart und erneuernden Philosophie des beginnenden 18. Jahrhunderts“, so Alexander Hauer. Die Barocktage locken einmal mehr das Who is who der Szene an. Die Superstars am Pfingstwochenende werden die Echo-Preisträger Daniel Hope, NeoBarock und Pablo Heras-Casado sein. Dazu gesellen sich Roger Willemsen, Patricia Petibon, Arvo Pärt und der Concentus Musicus.

Neuerungen: Jugend und Zeitgenössisches

Schon seit Jahrzehnten als renommiertes Fest der Alten Musik bekannt, warten die Internationalen Barocktage 2016 erstmals mit zukunftsträchtigen Neuerungen auf: Gemeinsam mit dem Ensemble klangmemory wurde ein Konzept für ein Konzert für Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren entwickelt. „Mäuschen Max hört auf sein Herz“ ist eine barocke Tiergeschichte vom Suchen und Vertrauen, in dem Klänge und Melodien u.a. von Johann Sebastian Bach und Johann Josef Fux in traditionelle Kinderlieder und eigens komponierte Stücke eingewoben werden. Schade dazu: „Mit dieser Neuerung wollen wir Kindern die Möglichkeit geben, barocke Musik und deren Schönheit kennenzulernen und somit einen neuen Zugang dazu eröffnen.“ Ähnliches – nämlich Brücken zwischen Alter Musik und zeitgenössischer Interpretation zu schlagen – will man auch mit der neuen Reihe „OffRoad Barock“: Das Janoska Ensemble, feat. Thomas Gansch, greift barocke Themen auf und interpretiert diese neu. Bei dieser neuen Reihe verwenden die Künstler moderne Instrumente und nähern sich der Alten Musik eigenwillig und dennoch lustvoll genau.

Pröll: „Stift ist wichtiger Begegnunsort“

Zur Bedeutung des Stiftes Melk betonte Landeshauptmann Erwin Pröll (VP), dass man „das Erbe, das wir von unseren Vorfahren übernommen haben, hochhalten müssen“. So fordere ein kulturelles Erbe wie das Stift „sehr intensive Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten.“ Pröll weiter: „Das Stift Melk ist ein wichtiger Begegnungsort auf internationaler Ebene.“ So habe es kaum einen Staatsbesuch in Österreich gegeben, den man nicht zum Stift Melk geführt habe. Weiters sei Melk „eine Säule der kulturellen Infrastruktur und Mutmacher, auf Tradition zu setzen und gleichzeitig weltoffen nach vorne zu gehen“, erinnerte Pröll an die drei Landesausstellungen im Stift. „Kultur ist einer der wichtigsten Botschafter in unserer so vernetzten Welt“, so der Landeshauptmann. Niederösterreich verfüge mit sogenannten Leuchttürmen über „Hotspots mit internationaler Strahlkraft“. Die Internationalen Barocktage seien „ein Kulturereignis, das aus der Region heraus gewachsen ist und darüber hinaus strahlt“. Die Internationalen Barocktage würden dazu beitragen „das unverwechselbare Profil des Landes zu schärfen“, so der Landeshauptmann. „Barocke Musik ist eine Fundgrube. Das Schöne ist, dass man immer etwas Neues findet“, so der Künstlerische Leiter Schade, der betonte: „Der schönste Job als Künstlerischer Leiter ist zu träumen.“ Geschäftsführerin Weigand betonte, dass es bei den Barocktagen wichtig sei „Musik auf höchstem internationalen Niveau zu bieten, aber auch jungen Künstlern eine Bühne zu geben“. Daher gebe es Einstiegspreise ab 20 Euro. Ziel sei es auch, Jugendliche ins Konzert zu bringen, daher gebe es für diese Karten von 15 bis 25 Euro. In der letzten Saison konnte man bei den Barocktagen 3.200 Besucher begrüßen, sprach Weigand von einem „schönen Ergebnis“. Stattfinden werden die Internationalen Barocktage Stift Melk 2016 zu Pfingsten. Den Beginn markieren die Barocktage für Kinder mit „Ma?uschen Max ho?rt auf sein Herz“, eine barocke Tiergeschichte vom Suchen und Vertrauen, (Christina Foramitti und Ensemble klangmemory) am 12. Mai, um 16 Uhr, und 13. Mai, um 15 Uhr. Das Eröffnungskonzert findet am Freitag, 13. Mai, unter dem Titel „Die Peru?cken tru?gen“ (20 Uhr, Kolomanisaal) statt. Weiter geht es am Samstag, 14. Mai, mit „Metamorphosen“ (11 Uhr, Kolomanisaal, NeoBarock), mit dem Preistra?gerkonzert „Irrungen und Wirrungen“ (15.30 Uhr, Schloss Pielach, Tabea Debus und TR!Jo), mit dem Kulturspaziergang „Historisches Melk“ (16 Uhr, Rathaus Melk, Martin Gru?neis), einem Einführungsvortrag (18.45 Uhr, Dietmayrsaal), „Dum spiro, spero – Solange ich atme, hoffe ich“ (19.30 Uhr, Stiftskirche, Orchester & Chor der Ko?lner Akademie) und „Les fantasmes du monde“ (22 Uhr, Gartenpavillon). Am Sonntag, 15. Mai, werden geboten: „Die vielgestaltigen Gesichter des Herrn Antonio V.“ (11 Uhr, Kolomanisaal, Concentus Musicus Wien), „Schattenwelt“, Pasticcio u?ber Don Quijote, (15.30 Uhr, Barockkeller, Barocksolisten Mu?nchen), eine Sonderführung „Die Stiftskirche Melk und ihre Bildsprache“ mit Abt Burkhard Ellegast (18.30 Uhr, Stiftskirche), „Flammes de magiciennes“ (19.30 Uhr, Kolomanisaal, Ensemble Amarillis) und „Unser Leben ist ein Schatten“ (22.30 Uhr, Stiftskirche, Arnold Schoenberg Chor). Den Abschluss bilden am Montag, 16. Mai, ein Frühstück mit Kammersänger Michael Schade unter dem Titel „Prima Colazione“ (9.30 Uhr, Dietmayrsaal), „Re?gne, amour“ (11 Uhr, Kolomanisaal, L“Orfeo Barockorchester), „OffRoad Barock“ (15.30 Uhr, Pfarrhof Melk, Innenhof, Janoska Ensemble feat. Thomas Gansch), ein Einfu?hrungsvortrag (18.45 Uhr, Dietmayrsaal) und „Selva morale e spirituale“ (19.30, Stiftskirche, Concentus Musicus Wien, Balthasar Neumann Chor).


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