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BEZIRK MELK. Dienstagabend, 18.30 Uhr: Ein ganztägiger Eisregen sorgt für chaotische Zustände auf den Straßen in halb Österreich – Schwerstarbeit für die Männer der Straßenmeisterei, deren Fahrzeuge an diesem Tag im Dauereinsatz standen.
 

Dauereinsatz bei solchen Wetterverhältnissen.
Dauereinsatz bei solchen Wetterverhältnissen.

„Heute ist sicher einer der stärksten Tage des heurigen Winters“, meint Pflugfahrer Siegfried Gundacker, der seit 1989 bei der Straßenmeisterei Melk tätig ist. Auf seiner dreistündigen Runde von Melk über Loosdorf und Steinparz nach Pöchlarn, Zelking und Matzleinsdorf streut er an diesem Tag rund vier Tonnen Salz. „An so einen Eisregen bei minus sechs Grad kann ich mich in 30 Jahren Staßendienst nicht erinnern.“ Dabei hat der Roggendorfer in fast drei Jahrzehnten schon viel erlebt: „Früher hatten wir viel mehr Schnee. Da hab“ ich mich auf die Räumfahrten richtig gefreut. Je mehr Schnee, desto geiler war“s.“ Ein Blick in die Salz-Statistik der Straßenmeisterei Melk zeigt tatsächlich, dass die vergangenen Winter sehr mild waren. So wurden im Winter 2013/14 lediglich 390 Tonnen des „weißen Goldes“ im Einsatzgebiet der Melker verstreut. Im stärksten Winter 2009/10 waren es mit 1900 Tonnen fast fünfmal so viel. Der Lagerbestand in der Bezirkshauptstadt umfasst 800 Tonnen und wird im Herbst gebunkert, berichtet Straßenmeisterei-Leiter Friedrich Lehensteiner. „Heuer landet nur Salinensalz aus dem Salzkammergut auf unseren Straßen. Es ist eigentlich dasselbe, wie es aus dem Streuer kommt.“ Vier Salz-LKW und fünf Splitt-LKW sorgen für mehr Sicherheit der Autofahrer im Melker Einsatzbereich. Dieser umfasst das Gebiet zwischen Diedersdorf im Westen, Aggstein im Norden und Steinparz im Südosten – insgesamt 240 Straßenkilometer.

„Wieder zugeschneit“

Dass ein derart großes Netz nicht immer lückenlos und perfekt geräumt sein kann, liegt auf der Hand. „Die Runde eines Räumfahrzeuges dauert drei Stunden. Da kann es bei starkem Schneefall natürlich vorkommen, dass es den Start der Runde schon wieder zugeschneit hat, wenn man fertig ist“, erklärt Gundacker die Schwierigkeiten seiner Tätigkeit. Zudem wundert er sich über die Einstellung mancher Leute: „Eine gelbe Drehscheibe zählt heute nicht mehr viel. Viele Autofahrer überholen uns unüberlegt und erzeugen damit gefährliche Situationen. Früher waren die Leute viel rücksichtsvoller.“ Auch sein Chef Friedrich Lehensteiner schlägt in dieselbe Kerbe: „Es gibt leider – trotz aller Mühen – genug Beschwerden: Es liegt zu viel Schnee am Gehsteig, die Mauer wurde angespritzt, die Straße ist nicht geräumt und so weiter. Oft ist das leider nicht anders möglich. Ich bitte daher um mehr Verständnis für die Leute, die diese Arbeit machen. Niemand macht etwas böswillig. Wir tun unser Bestes.“


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