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NEBELBERG/BEZIRK ROHRBACH. Es ist nur eine kurze Nachricht, die via SMS eintrudelt: vermisste Person, vielleicht steht noch ein Alter dabei und natürlich der Einsatzort. Für die Mitglieder der Rotkreuz-Suchhundestaffel reicht das aber völlig aus, um sich sofort auf den Weg zu machen und mit ihren Helfern auf vier Pfoten Leben zu retten.

Rainer Eisner mit seinem Charly Foto: RK Suchhundestaffel Rohrbach
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Erst vergangene Woche war es ein junges Mädchen, das in den Weiten des Böhmerwaldes vermisst wurde. Bis schließlich Charly kam und sie auf einem Jägerhochstand entdeckte. Charly ist der sechsjährige Labrador von Hundeführer Rainer Eisner aus Peilstein, der sich an der Suche beteiligt hat. „Es hat bei diesem Einsatz alles gestimmt“, resümieren er und sein Kollege und Einsatzleiter Suchhunde, Manuel Wurm aus Nebelberg. Die Polizei habe sofort die Hundestaffel alarmiert und neben zwei Hundeführern mitsamt Helfern standen auch ausreichend Polizisten für die Suche bereit. Dazu flog ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera über das Gebiet, wo das Mädchen vermutet wurde. Dank dieser guten Zusammenarbeit konnte bald der erlösende Funkspruch gesetzt werden.

Anspruchsvolle Ausbildung

Seit Charly etwa fünf Monate alt ist, trainiert Eisner seinen Hund für die Flächensuche. „Die Ausbildung und das Training nehmen viel Zeit in Anspruch, aber es ist ein super schönes Hobby“, erzählt er. Gemeinsam mit Charly ist er bei Suchaktionen eigentlich fast immer dabei, sofern es sein Job als Bankstellenleiter erlaubt. „Insgesamt sind wir derzeit 13 Mitglieder mit neun Hunden. Von diesen sind drei geprüft und einsatzfähig und die anderen in Ausbildung“, informiert der Leiter der Suchhundestaffel, Fritz Wurm, der in seinem Haus in Nebelberg ausreichend Platz und Geräte fürs Training zur Verfügung stellt. Ansonsten wird in den Wäldern der Umgebung für den Ernstfall geprobt. „Vom Roten Kreuz werden wir großartig unterstützt und wir sind super ausgerüstet – aber es wird auch viel verlangt“, denkt er etwa an die anspruchsvolle Einsatzhundeprüfung, die alle zwei Jahre fällig ist und bei der die Durchfallquote bei fast 50 Prozent liegt. „Bei der Nachtsuche und den beiden Flächensuchen über jeweils vier Hektar steht man schon 20 Stunden unter Spannung.“ Zudem muss eine Sporthundeprüfung abgelegt werden sowie Erste-Hilfe-Kurse für Mensch und Hund. „Dafür kann man sich auf unsere Hunde wirklich verlassen. Sie wissen genau, was sie tun“, ergänzt Fritz Wurm.

Immer der Nase nach

Eine gute Ergänzung für Charly und seine Kollegen, die reine Stöberhunde sind, sind Personenspürhunde. Duca, der Hund von Cornelia Wurm, ist auf dem Weg dorthin, im nächsten Jahr möchte sie die Prüfung ablegen. „Stöberhunde suchen eine Fläche nach allen Personen ab; Duca nimmt den Geruch einer bestimmten Person auf und erschnuppert diese dann“, erklärt die Hundeführerin, die auch für das RK-Kriseninterventionsteam aktiv ist. In ganz Oberösterreich gibt es derzeit nur fünf geprüfte Personenspürhunde, die auch die schwierige 24 Stunden Trail-Prüfung geschafft haben.

Rund um die Uhr einsatzbereit

Grundsätzlich würde sich ihr Mann Fritz wünschen, dass sie gleich alarmiert werden, wenn eine Person abgängig ist. „Wir haben das Handy immer dabei und sind 365 Tage einsatzbereit. Es geht bei allen Einsätzen um den vermissten Menschen und dass dieser schnell gefunden wird – da ist es egal ob von Polizei, Feuerwehr oder vom Hund.“ Etwa 35 Einsätze gab es im Vorjahr für die Rohrbacher Staffel, die 2014 gegründet wurde und die auch den Bezirk Urfahr-Umgebung abdeckt. Bei Suchaktionen werden bei Bedarf aber alle Rotkreuz-Hundeführer aus ganz Oberösterreich alarmiert und angefordert.


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