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Doppelte Geschwindigkeit – vierfacher Bremsweg: Poly-Schüler machen sich fit für den Straßenverkehr

Martina Gahleitner, 29.06.2017 17:38

NEUFELDEN. Zur Vorbereitung auf den Lehrberuf gehört in der Polytechnischen Schule Neufelden auch ein umfassendes Verkehrssicherheitstraining. Denn gerade Jugendliche sind auf  ihrem täglichen Weg zur Schule oder zum Arbeitsplatz besonders gefährdet.
 

  1 / 5   Trockentraining am Fahrsimulator: Die Poly-Schüler konnten das richtige Verhalten in Gefahrensituationen trainieren. Foto: PTS Neufelden

„Wir bieten jährlich Fahrsicherheitstage für die angehenden Lehrlinge an, zudem gibt es den Pflichtgegenstand Verkehrserziehung. Denn als Berufsvorbereitungsschule Nummer eins nehmen wir uns auch um das Thema Verkehrssicherheit an“, betont Heinz Peherstorfer, Direktor der PTS Neufelden. Hier wird das Thema besonders umfangreich und mehrgliedrig aufgegriffen, alle namhafte Organisationen, wie der ÖAMTC, AUVA, Polizei Neufelden und Fahrschule Pichler, sind eingebunden, informiert der Schulleiter.

Risikogruppe Mopedlenker

Im Jahr 2015 ereigneten sich allein in Oberösterreich 605 Unfälle von 15- und 16-jährigen Mopedlenkern. AUVA und ÖAMTC bieten daher Verkehrssicherheitsworkshops für diese Zielgruppe an. „Das Ziel unseres Workshops für Zweiräder ist, die Gefahrenerkennung zu verbessern und das Sicherheitsbewusstsein der jugendlichen Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Selbstverständlich darf die Freude am Fahren dabei nicht zu kurz kommen“, sagt dazu Klaus Bohdal, Präventionsexperte der AUVA-Landesstelle Linz.

Übung am Fahrsimulator

Neben dem theoretischen Input wird auf einem speziellen Fahrsimulator trainiert: Auf einer großen Leinwand werden Gefahrensituationen im Straßenverkehr vorgespielt. Die Jugendlichen können dann auf dem beweglichen Sitz mit Lenker das richtige Verhalten in den jeweiligen Situationen üben.

Mit der Rauschbrille unterwegs

Bei diesem Training wird auch Alkoholkonsum im Straßenverkehr zum Thema gemacht. Mit sogenannten „Rauschbrillen“ wird Alkoholkonsum und Fahruntüchtigkeit eindrucksvoll simulieret. „Diese Übungen mit der Rauschbrille hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck“, weiß Heinz Peherstorfer. Eingeschränkte Rundumsicht, Doppeltsehen, Fehleinschätzungen für Nähe und Entfernung und verzögerte Reaktionszeit werden direkt am Fahrsimulator erlebbar. Diese Methode eignet sich auch besonders, um mit Jugendlichen zum Thema Alkohol im Straßenverkehr ins Gespräch zu kommen.

Fahrphysik erleben

Die simple Berechnung, dass die doppelte Geschwindigkeit einen vierfachen Bremsweg verursacht, ist im Klassenzimmer nur schwer vermittelbar. Durch die Bremswegvergleiche in der Realität wird die Problematik greifbar. Instruktoren des ÖAMTC demonstrieren auf verschiedenen Untergründen und mit verschiedenen Geschwindigkeiten den Bremsweg, Reaktionsweg und Anhalteweg. Immer wird auch die Frage gestellt: Wäre sich das in einer Realsituation noch ausgegangen?

Vorschriftsmäßiges Moped

Damit auch das Moped selbst gesetzeskonform ist und bei Verkehrskontrollen nicht durchfällt, erarbeiten Vertreter der Exekutive mit den Poly-Schülern, wie ein vorschriftsmäßiges Moped aussieht und welche rechtlichen Auswirkungen technische Veränderungen am Fahrzeug haben. Gleichzeitig werden die Jugendlichen für mögliche Unfallgefahren sensibilisiert.

7 Schicksale – 7 Schatten

Eindrucksvolle Einblicke vermittelt die  Ausstellung „Schatten“ mit sieben lebensgroßen Figuren. Jede Silhouette steht für einen jungen Menschen aus Österreich, der in den vergangenen Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. „All diese Fälle sind wirklich passiert – das macht besonders betroffen. Die Texte, die sich auf den Schattenfiguren befinden, erzählen die Schicksale der verunglückten Jugendlichen und wurden von den Angehörigen selbst verfasst. Dadurch werden die Schattenfiguren vom anonymen Opfer zum Gleichaltrigen für die Schüler und Ausstellungsbesucher“, beschreibt PTS-Direktor Peherstorfer. Diese Aktion soll die Jugendlichen zum Nachdenken anregen.


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