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NEUKIRCHEN/ZIPF. Auch in Zipf wurde der Befreiung der KZ-Häftlinge aus dem Konzentrationslager Redl-Zipf vor 70 Jahren gedacht. Eine handvoll engagierter Menschen der Arbeitsgemeinschaft Schlier beschäftigt sich mit der historischen Aufarbeitung von KZ und Rüstungsbetrieb in Zipf. Sie fordern die Erhaltung der Anlage.

Kranzniederlegung bei der Gedenkfeier am Denkmal in Zipf Foto: Wilhelm Frickh
  1 / 2   Kranzniederlegung bei der Gedenkfeier am Denkmal in Zipf Foto: Wilhelm Frickh
Nach vielen Aussagen von Zeitzeugen kamen beim Bau der Bunkeranlagen für den NS-Rüstungsbetrieb Schlier in Zipf Menschen ums Leben, die nicht geborgen wurden. Sie sind damit wahrscheinlich auch die letzte Ruhestätte von KZ-Häftlingen. So wies KZ-Überlebender Paul Le Caer immer wieder darauf hin, dass die Anlagen dieses Geheimnis bewahren. Arbeiter verschüttet Erstmals liegt der Arge Schlier nun auch ein weiterer Zeitzeugenbericht in schriftlicher Form vor: In einem neu entdeckten Dokument vom 15. Januar 1944 wird auf einen Vorfall hingewiesen, der sich während der Bauphase der Rüstungsanlagen in Zipf ereignete. Eine Mutter schrieb an ihre Tochter von Vorfällen am Arbeitsplatz des Vaters, der in Zipf für eine Frankenburger Baufirma arbeitete. Zitat: „(…) es hat sich allerhand zugetragen. In Vater sein Arbeitsplatz war ein großes Unglück, der Berg ein Teil davon rutschte ab und begrub 46 Arbeiter durch das Tauwetter. Es waren lauter Sträflinge u. ein Wachmann soll auch dabei sein, 6 habens geborgen die anderen (…) sollen drin bleiben, graußlich wie es halt heute zugeht. (…)“ Gedenk- und Lehrort Um heute, 70 Jahre später, die freie, an Menschenrechten orientiere Gesellschaft mit ihren demokratischen Werten zu schützen, müsse man sich der Verantwortung der Vergangenheit bewusst sein, forderte Hannes Koch (Arge Schlier) in der Gedenkrede vor dem KZ-Mahnmal in Zipf: „Historische Orte, an denen Unrecht herrschte und Verbrechen geschahen, sollten mit dem nötigen Respekt wissenschaftlich erforscht, dokumentiert, aber auch für die Nachwelt als Mahnmal und Gedenk- sowie Lernort erhalten werden.“ Er sieht in Zipf die Chance, nicht nur an den nationalsozialistischen und faschistischen Terror zu erinnern – es könne durch die historische Stätte der Bevölkerung und vor allem der Jugend die Notwendigkeit der politischen Teilhabe vermittelt werden. Er appellierte zur Öffnung und Sicherung der Anlage in Zipf im Rahmen eines Gedenk- und Lehrortes.  

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