Neumarkter muss Aussagen über Mauthausen-Komitee widerrufen
NEUMARKT. Die Aussagen und Handlungen von Manfred Werner „Fred“ Duswald beschäftigen seit Jahren das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) und die Justiz. Ein neuerlicher Fall zwang den Neumarkter nun zu einem öffentlichen Widerruf. Duswald war Autor der als rechtsextrem eingestuften Zeitschrift „Aula“.

Auf einer rechtsextremen Tagung in Deutschland hatte Duswald behauptet, das Mauthausen Komitee Österreich bestehe „nur aus KZ-Laien“ und belüge Schulkinder. Ein Video mit Duswalds Aussage wurde vom rechten Mediendienst „Nordland.tv“ auf You Tube gestellt. Das veranlasste das Mauthausen Komitee nicht nur Holocaust-Überlebende gegen Duswald zu unterstützen sondern ging nun auch rechtlich gegen ihn vor und drohte mit einer Klage. „Es war klar, dass wir uns solche Schmutzkübelattacken nicht gefallen lassen. Denn wir vertreten das Vermächtnis der überlebenden Häftlinge des KZ Mauthausen und seiner Außenlager“, sagt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi. Nach dieser Klagsdrohung gab Nordland.tv eine Unterlassungserklärung ab und nahm das Video vom Netz. Duswald selbst zog seine Behauptungen über das MKÖ zurück. Sein Widerruf wird durchgehend bis 2. September auf der Online-Video-Plattform YouTube veröffentlicht.
Prozess am Europäischen Gerichtshof
Bundesweit bekannt ist Duswald, seit er im FPÖ-nahen Blatt „Aula“ die befreiten Mauthausen-Häftlinge als „Landplage“ und „Massenmörder“ diffamiert hat. Dieser Rufmord löste eine Justizaffäre und Prozesse bis hin zum Europäischen Gerichtshof aus. Er stand auch am Beginn einer öffentlichen Debatte über die „Aula“, die im Juni 2018 nach weiteren Fällen zu deren Einstellung führte. Anfang Oktober 2019 erschien ein neues Heft mit dem Namen „Neue Aula“, das Kontinuität mit der Aula von 1951 bis 2018 zeigt und bei dem Duswald ebenfalls wieder als Autor aufschien. Nach nur einer Ausgabe wurde das Blatt aus finanziellen Gründen wieder eingestellt.


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