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Neumarkter für Forschung über Abwasserrohre mit dem „INNOVATIONaward FH Wels“ ausgezeichnet

Regina Wiesinger, 08.02.2018 10:10

NEUMARKT/WELS. Bereits zum 15. Mal wurde vor mehr als 300 Gästen im Minoritenkloster der „INNOVATIONaward FH Wels“ vergeben. Der aus Neumarkt im Mühlkreis stammende Matthias Palmetshofer erarbeitete eine Optimierung von Abwasserrohren und belegte mit seiner Masterarbeit für die Firma Poloplast GmbH den zweiten Platz in der Kategorie Technik / Maschinenbau & Werkstofftechnik. 

  1 / 3   Landeshauptmann-Stv. Michael Strugl mit Matthias Palmetshofer aus Neumarkt im Mühlkreis Bildquelle: Land OÖ/Ernst Grilnberger

Rohrfittinge werden im Spritzgießverfahren hergestellt. Damit sie sich möglichst geräuscharm verhalten, werden mineralische Zugschlagstoffe beigemengt. Bei der Herstellung von Abzweigern oder Biegungen kommt es beim Spritzgießen zu sogenannten Bindenähten. Die mechanischen Eigenschaften der Bindenähte können im Vergleich zum umgebenden Grundwerkstoff wesentlich niedrigere Werte aufweisen. „Die für die Geräuschreduktion beigemengten Mineralien liegen bei den im Spritzgießprozess vorherrschenden Temperaturen in fester Form vor und behindern die beiden Fließfronten der Schmelze beim Verschweißen an der Bindenaht. In meiner Masterarbeit habe ich Spritzgießexperimente und rechnerische Simulationen durchgeführt“, sagt Palmetshofer.

„Aufgrund der Ergebnisse konnte eine Empfehlung für die Auslegung zukünftiger Werkzeuge gegeben werden. Die Arbeit besteht im Wesentlichen aus der Kombination von Messungen der mechanischen Eigenschaften der Bindenaht an Formteilen aus den Spritzgießversuchen und der Simulation des Formfüllvorganges bei verschiedenen Formteilen. Dadurch sind Zusammenhänge zwischen der Ausprägung der mechanischen Eigenschaften der Bindenaht und der Strömungssituation beim Formfüllvorgang deutlich geworden“, berichtet der Preisträger. „Durch die Variation der Spritzgießparameter welche die Verschweißung der Bindenaht beeinflussen, konnte ich die optimalen Prozesseinstellungen für das Spritzgießen in Abhängigkeit vom jeweiligen Produkt herausfinden.“

Firma konnte Konkurrenzfähigkeit stärken

Durch die Arbeit von Matthias Palmetshofer ist nun eine optimale Prozessführung und eine richtige Auslegung der Werkzeuge möglich. Die Bindenaht stellt nun keine Schwachstelle am Bauteil mehr dar. Damit konnte die Poloplast GmbH ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Mitbewerb stärken. „Auch der Entwicklungsleiter von Poloplast war begeistert von meiner Arbeit und erwähnte in einem Gespräch mir gegenüber: „Im Zugversuch findet man die Bindenaht nicht mehr“, freut sich Palmetshofer. Matthias Palmetshofer arbeitet nun im Bereich Forschung & Entwicklung bei Silhouette in Linz. 

Innovative Köpfe vor den Vorhang holen

„Unsere Fakultät für Technik und Angewandte Naturwissenschaften in Wels ist mit der Wirtschaft eng vernetzt und trägt durch praxisrelevante Masterarbeiten auf wissenschaftlichem Niveau zu Innovationen sehr viel bei. Der Innovation Award gibt uns die Möglichkeit, diese Leistungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mein Dank gilt den Hauptsponsoren dieser Veranstaltung: dem FH-Förderverein Wels, der Sparkasse OÖ, dem Alumniclub FH OÖ, dem Land OÖ und der Stadt Wels“, sagt Dekan Günther Hendorfer.


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