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Menschenverachtend, planlos und wirtschaftlich widersinnig: Drohende Abschiebung eines Lehrlings empört Schinko

Mag. Claudia Greindl, 04.10.2018 12:50

NEUMARKT IM MÜHLKREIS. Eifrigst am Lernen, beliebt im Team – trotzdem droht dem Schinko-Lehrling Ali Al Nuaimi nun die Abschiebung. Sein Asylantrag wurde ablehnt. Firmengründer Michael Schinko ist enttäuscht von der Kurz-ÖVP und fordert ein Umdenken.

Schinko-Lehrling Ali Al Nuaimi mit Michael Schinko ( Mitte) und Gerhard Lengauer (l.) Foto: Schinko GbmH

Bei Schinko und dem tschechischen Tochterunternehmen Schinko Metall s.r.o. arbeiten aktuell 163 Mitarbeiter aus elf  Nationen. Darunter auch vier Flüchtlinge aus Syrien, Ghana, Somalia und dem Irak. Einer davon, der aus dem Irak stammende Lehrling Ali Al Nuaimi, ist nun mit einem negativen Asylbescheid konfrontiert. Bleibt es dabei, droht dem angehenden Metall-/Blechtechniker die Abschiebung aus Österreich.

„Abschiebung ist widersinnig“

Firmengründer Michael Schinko sieht darin einen schweren Fehler. „Es ist bekannt, dass in Oberösterreich 30.500 Fachkräfte fehlen. Deshalb bilden wir auch gezielt junge engagierte Menschen dahingehend aus. In Berufen, wo Nachwuchs dringend benötigt wird. Diese Leute nimmt man uns jetzt wieder. Das ist widersinnig, zumal die Politik keinen Plan für Abhilfe hat.“

Kniefall vor menschverachtender Politik

Michael Schinko sieht in dem unflexiblen Umgang mit asylsuchenden Lehrlingen die fremdenfeindliche Politik der FPÖ verwirklicht: „In diesem Zusammenhang bin ich vor allem von der Kurz-ÖVP maßlos enttäuscht. Weil sie trotz erkennbarem Widersinn nichts dagegen unternehmen will. Hier sind sowohl Menschlichkeit als auch gestalterischer Pragmatismus verloren gegangen.“

Ausbildung mit viel Aufwand

Die politische Praxis, Asylwerber in Mangelberufen trotz Fachkräftemangel abzuschieben, wird auch von Schinko- Geschäftsführer Gerhard Lengauer scharf kritisiert: „Es ist ein Wahnsinn, Leute abzuschieben, die bereits hier leben, super integriert sind und von uns mit viel Aufwand toll ausgebildet werden. Im Mühlviertel sagen wir: Wer will, der kann. Ali Al Nuaimi will und kann. Hier braucht es sofort einen anderen Zugang, damit er auch weiterhin darf.“  Das sehen auch die übrigen Mitarbeiter von Schinko so. „Das gesamte Team steht zu unserem Lehrling“, stellt Gerhard Lengauer klar.


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