Johann Bühringer - Ein Bildhauer mit Leidenschaft
NEUSTADTL/YBBS. Johann Bühringer ist Bildhauer und feierte kürzlich seinen 66. Geburtstag.

Erst vor kurzem hatte Johann Bühringer sein 50 Jähriges Klassentreffen in Hallstatt. Dort hatte er an der Berufsschule die Bildhauerei erlernt. Eigentlich wollte er damals Landmaschinenschlosser werden, aber er hatte vom damaligen Betrieb keine Antwort bekommen.Johann Bühringer ist um seinen Ruf besorgt. Es werde viel geredet, dass er dem Alkohol zugeneigt sei. Das macht ihm zu schaffen. Er blickt auf ein bewegtes Leben zurück und kann viele Geschichten erzählen.
Zahlenspiele
Zahlen spielen bei ihm eine große Rolle, stellt man nach einiger Zeit des Gespräches fest. Die 22 ist so eine Zahl. Mit 22 war er bei Bundesheer, wo ihn ein Ausbilder getriezt habe. Er hat damals viele Liegestütze machen müssen und habe aber damit seine Kraft aufgebaut, erzählt er. 44 ist eine weitere Zahl. „Mit 44 Jahren habe ich Toni Strobl (von den Spitzbuben) und Liese Prokopp modelliert“, erzählt Bühringer. Und Büsten zu modellieren, ohne dass jemand Model dafür sitzt, sei eine Kunst, erklärt er. Das Modellieren hat er begonnen, weil er nicht mehr genug Kraft in den Händen zum Schnitzen hat. Über diesen Muskelschwund ärgert er sich sehr.
Seinen Geburtstag hat er am 31. Oktober. Da wurde er 66 Jahre alt. Der 31. Oktober ist der Sterbetag des Heiligen Wolfgang. Das ist der Patron der Bildhauer, erklärt Johann stolz. Bühringer erzählt unglaubliche Geschichten aus seinem Leben. So hat ihm die Wette beim Gewichtheben um ein Faß Bier einen Zwerchfellriss eingetragen. 175 Kilogramm seien damals zu heben gewesen. Das war dann zuviel. Seitdem leidet seine Atmung hörbar an diesem Schaden. Das Messen seiner Kraft mit Faustdrücken, Armdrücken undFingerziehen mit anderen war für den ehemals schmächtigen Jungen auch immer wichtig.
Kürzlich hat Johann Bühringer eine Statue der Heiligen Otilie an Wolfgang und Ulrike Knötzl übergeben. Die Statue wurde in der einzigen der heiligen Otilie geweihten Kirche Österreichs in Kollmitzberg geweiht. Ulrike Knötzl hält Johann Bühringer für einen begnadeten, tollen Künstler. „Ich habe zwar schon geglaubt, die Hl. Otilie wird nicht mehr fertig. Aber sie ist wunderschön geworden und hat einen wunderschönen Platz bekommen“, schwärmt die Kunstbegeisterte.


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