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NIEDERKAPPEL. Jugendarbeit steht ganz oben auf der Liste beim Bezirksblasmusikverband Rohrbach. Die Bemühungen in diesem Bereich wurden jetzt mit dem Rudolf Kirchschläger-Preis gewürdigt.

  1 / 12   Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner überreichte den Rudolf Kirchschläger-Preis an Bezirksjugendreferentin Christine Niedersüß und Bezirksobmann Hermann Stallinger. Foto: Gahleitner

„Dieser Preis gehört all unseren Jugendreferenten. Denn Musik ist keine Solo-Aufgabe, das geht nur gemeinsam“, meinte Blasmusik-Bezirksobmann Hermann Stallinger bei der Preisverleihung am Freitag Abend in Niederkappel. Er betonte den Stellenwert der Jugend für einen Verein, „ohne diese hat der Verein keine Zukunft, keine Hoffnung.“ Und mit der Jugendarbeit könne man nicht früh genug beginnen.

Musik-Camp begeistert jedes Jahr

Wie gut, dass genau das im Bezirk Rohrbach passiert. Unter Bezirksjugendreferentin Christine Niedersüß aus Rohrbach-Berg hat die Jugendarbeit einen wahren Aufschwung genommen. Besonders hervorgehoben wurden etwa das Projekt Musik in kleinen Gruppen und das Summer Camp. Bei diesem Jugendlager treffen sich jedes Jahr an die 80 Kinder und Jugendliche, um gemeinsam zu musizieren, zu singen und tanzen oder zu spielen. „Da gibt es immer viele schöne Momente. Das Schönste ist aber, dass Freundschaften geschlossen werden und beim Abschlusskonzert wollen die Kinder dann oft nicht nach Hause oder verabreden sich bereits für das nächste Camp“, erzählte Christine Niedersüß. Sie bekommt bereits jetzt Anrufe von Eltern, ob das Summer Camp eh wieder stattfindet – denn schließlich gehört der Familienurlaub darauf abgestimmt.

„Mehr als 530 Jungmusiker unter 16 Jahren sind im Bezirk aktiv, etwa 380 spielen in einem Jugendorchester“, berichtete die rührige Bezirksjugendreferentin weiter. Diese Orchester sollen künftig verstärkt gefördert und damit die Nachwuchstalente auf das große Orchester vorbereitet werden.   

Einsatz für die Heimat

Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner lobte in ihrer Laudatio das Wirken des Blasmusikverbandes: „Die Preisträger setzen sich für die Heimat und speziell für die junge Generation ein. Es ist ein wegweisendes Kulturprojekt, das Tradition und Moderne verknüpft und Identität schafft.“ Auch heuer wurde für den Kirchschläger-Preis wieder eine Reihe von Projekten eingereicht, „Alle leisten Großartiges und jedes ehrenamtliche Engagement gehört gewürdigt“, ergänzte Mitterlehner. Der Preis wurde vor 14 Jahren erstmals vergeben und soll an das menschliche Wirken und Handeln des verstorbenen Bundespräsidenten Kirchschläger erinnern. Die 1000 Euro Preisgeld, gesponsert von den Soroptimistinnen und der Raiffeisenbank, sollen zum Weitermachen motivieren.

Drei Säulen hat jede Religion

Wie jedes Jahr kamen auch heuer wieder hochkarätige Festredner zu Wort: Hildegard Nachum und Robet Irmler sprachen über verschiedene Weltanschauungen, Kulturen und Religionen, die verstärkt aufeinanderprallen. „Jede Religion definiert sich über drei Bedürfnisse – nämlich Liebe, Schutz und Sinn“, zeigte Nachum auf. Und „je mehr man weiß über andere, desto weniger Angst hat man“, lud sie zum Nachfragen und Zuhören ein. Irmler ergänzte, dass man auch Mut zum Nichtwissen haben müsse. „Wir haben uns angewöhnt zu wissen, was richtig ist. Ich bin im Recht, der andere im Unrecht – so kann Kommunikation aber nicht gelingen.“ Man müsse auch den Zugang des anderen sehen, auf Augenhöhe – denn „die Wahrheit ist oft nur ein Aspekt der Wirklichkeit.“


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