Wertvolles Wirken für die Jugend brachte Nicki Leitenmüller den Rudolf Kirchschläger-Preis
NIEDERKAPPEL. Bei der 15. Vergabe des Rudolf Kirchschläger-Preises holte man gleich eine ganze Gruppe von engagierten Leuten vor den Vorhang. Denn neben dem Hauptpreis wurde auch ein Anerkennungspreis vergeben. Gleich ist allen Preisträgern, dass sie sich mit dem würdigen Sterben beschäftigen und Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten.

Das Wirken von Hauptpreisträgerin Nicki Leitenmüller auf die Sterbebegleitung zu beschränken, wäre aber viel zu wenig. Gleich drei Bereiche sind es, denen das Herzblut der Lembacherin gilt: die Musik, wo sie einen Jugendchor und ein Jugendorchester leitet und selbst als Obfrau-Stellvertreterin bei der Musikkapelle Lembach wirkt; die Gemeinde, wo sie im Sozialausschuss, als Gemeinde-Jugendreferentin und im Redaktionsteam der Lembacher Nachrichten tätig ist; und die Kinder und die Pfarre, wo sie die bei der Jungschar und im Kinder-Kirche-Team sowie als Pfarrgemeinderätin in Obermühl wirkt. Daneben engagiert sie sich im Voi Lebm-Team (ein Leaderprojekt) und sie leitet für ihren Vollzeit-Job bei der Diözese Linz die Jugendarbeit im Oberen Mühlviertel. „Das wäre eigentlich schon genug für den Preis, aber zusätzlich begleitet Nicki Leitenmüller junge Menschen, die sich auf den Tod vorbereiten müssen und deren Angehörigen“, lobte Josef Eibl in seiner Laudatio das umfassende, wertvolle Tun der Preisträgerin. Für ihre Tätigkeit brauche es nicht nur Wissen, wie man auf Menschen in dieser schweren Zeit zugeht, sondern auch Mut, einfach nur da zu sein, zuzuhören, Vertrauen in das Leben und den Tod zu haben.
„Alles was ich mache, mach ich wirklich gerne“, meinte Nicki Leitenmüller, „das ist mein Beitrag zur Gesellschaft.“ Ihr ist wichtig, sinnerfüllte Tätigkeiten auszuüben, „in allen drei Feldern finde ich auch einen tieferen Sinn für mich.“
Mobiles Hospizteam geehrt
Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten, ist auch die Aufgabe der Mobilen Hospiz der Caritas – ein Team von 18 ehrenamtlichen und drei beruflichen Mitarbeitern, deren Wirken mit einem Anerkennungspreis gewürdigt wurde. Sie helfen Betroffene in ihrer schwersten Lebensphase und stehen der gesamten Familie bis zum Tod eines Angehörigen und darüber hinaus zur Seite.
Aufruf zu menschlichem Handeln
Der mit 1.000 Euro dotierte Rudolf Kirchschläger Preis wird seit 2005 jährlich vergeben. Zu Beginn gesponsert vom Lionsclub und der Raiffeisenbank, seit fünf Jahren von den Soroptimistinnen und der Raiffeisenbank. Namensgeber ist der ehemalige Bundespräsident, für den der „Mensch das Ziel jeder Politik“ war. „Mit diesem Preis wollen wir zu christlich-sozialer Verantwortung motivieren und auf menschliches Handeln aufmerksam machen“, erklärte Initiator und Leiter des Rudolf Kirchschläger-Zentrums Josef Eibl, der selbst für sein 15-jähriges Wirken von Niederkappels Bürgermeister Josef Wögerbauer geehrt wurde.
Schlüssel zum Glück
Mit dem Preis einher gehen auch die Festreden von prominenten Referenten. Bei der Jubiläumsvergabe sprach Caritas OÖ-Direktor Franz Kehrer über den Schlüssel zum Glück. Für ihn liegt dieser in Dankbarkeit, Demut und Nächstenliebe. Er sieht das Glas lieber halbvoll, als halbleer. „Es liegt an mir, welche Gedanken ich zulasse – ob positiv oder negativ.“ Und sich mit dem zu arrangieren, was nicht änderbar ist, sei der Schlüssel zu einem versöhnten Leben. Gleichzeitig würden aber tägliche Existenzsorgen unglücklich machen, ebenso wie das Gefühl der Ausgrenzung – „dieses Klima der gesellschaftlichen Ausgrenzung wird von der derzeitigen Regierung befeuert“, ergänzte Kehrer. Zum Schluss stellte er sich die Frage, was Rudolf Kirchschläger, der etwa beim Prager Frühling 1968 vielen Menschen mit einem Visum zur Flucht verholfen hat, heute sagen würde. „Er würde wohl sagen: Mitmenschlichkeit und die Sorge füreinander haben Österreich zu einem starken, glücklichen Land gemacht. Von diesem Weg dürfen wir uns durch nichts und niemanden abbringen lassen.“


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