"Zukunftsfitte bäuerliche Familienbetriebe" durch Paket für Land- und Forstwirtschaft
OÖ/NIEDERNEUKIRCHEN. Ein 400 Millionen Euro-Paket zur Unterstützung der heimischen Land- und Forstwirtschaft hat die Bundesregierung aufgelegt - Tips hat berichtet. Gemeinsam mit Bundesministerin Elisabeth Köstinger und Obmann-Stellvertreter im Sozialausschuss August Wöginger präsentierte Oberösterreichs Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger dieses Paket „für zukunftsfitte bäuerliche Familienbetriebe“ am Gemüsehof Wild-Obermayr in Niederneukirchen (Bezirk Linz-Land).

Mit dem 400 Millionen Euro starken Investitions- und Entlastungspaket sollen neue Perspektiven für die heimische Land- und Forstwirtschaft geschaffen werden. „Gerade in schwierigen Zeiten braucht es nachhaltige Unterstützung. Mit diesem Paket entlasten wir unsere bäuerlichen Betriebe und setzen wichtige Anreize für Investitionen in die Forstwirtschaft, um widerstandsfähige und gesunde Wälder aufzuforsten“, erläuterte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger bei ihrem Besuch in Oberösterreich.
„Eigenversorgung Gebot der Stunde“
Die Corona-Krise habe die Schattenseiten der Globalisierung in aller Deutlichkeit vor Augen geführt. „Unsere im internationalen Vergleich kleinen bäuerlichen Strukturen erweisen sich in einer Pandemie als krisensicher und erbringen verlässlich ihre Leistungen“, lobt Landesrat Hiegelsberger. „Die Eigenversorgung unseres Landes mit hochwertigen Lebensmitteln ist nicht erst seit der Corona-Krise ein Gebot der Stunde. Unsere produzierende Landwirtschaft reduziert die Abhängigkeit von Importen und ist tragende Säule der Versorgungssicherheit.“
Einkommenseinbußen, Druck durch Klimawandel
Die Corona-Krise ist aber auch an den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben nicht spurlos vorbeigegangen. Der plötzliche Stillstand in Gastronomie und Tourismus, aber auch andere Marktverwerfungen habe sich gravierend auf die Einkommen ausgewirkt. Gleichzeitig würden die rund 31.000 land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in Oberösterreich den zunehmenden Druck durch den Klimawandel und oftmals fehlendes Verständnis in der Bevölkerung spüren.
Entlastungs- und Investitionsmaßnahmen
Im Paket enthalten sind mehrere steuerliche Entlastungsmaßnahmen für bäuerliche Betriebe, wie etwa die Angleichung der Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung, oder die Gewinnglättung, um schlechte Erntejahre auszugleichen. „In Summe sind es 22 Investitions- und steuerliche Entlastungsmaßnahmen. Damit haben wir in den vergangenen zwei Jahren 120 Millionen Euro an Entlastungsvolumen für unsere bäuerlichen Familienbetriebe auf den Weg gebracht. Gleichzeitig investieren wir jetzt 350 Millionen Euro in die Zukunft unserer Wälder“, so Köstinger.
„Mit diesem Entlastungspaket liegt ein umfangreiches und ausgewogenes Paket für alle bäuerlichen Familienbetriebe auf dem Tisch. Damit erhält die Land- und Forstwirtschaft die dringend erforderliche Unterstützung. Andererseits setzt das Paket ein deutliches Zeichen in Richtung der immer dramatischer auftretenden Schäden aufgrund des Klimawandels“, betont auch Hiegelsberger.
Beispielrechnungen für Oberösterreich
Die Absenkung des Anrechnungsprozentsatzes beim fiktiven Ausgedinge von 13 auf zehn Prozent führe bei den betroffenen bäuerlichen Pensionisten zu einer durchschnittlich 450 Euro höheren Pension pro Person und Jahr. „In Oberösterreich werden davon etwa 5.600 bäuerliche Mindestpensionisten profitieren. Die Krankenversicherungs-Mindestbeitragsgrundlage wird an das allgemein gültige Niveau für Versicherte angeglichen (460,66 Euro je Monat). Von dieser Entlastung profitieren bei uns in Oberösterreich 5.000 Klein- und Mittelbetriebe“, freut sich Hiegelsberger.
August Wöginger, der Obmann-Stellvertreter im Sozialausschuss weist zudem auf die Entlastung im Sozialbereich durch den Kinderbonus hin. „Pro Kind beträgt dieser Bonus einmalig 360 Euro. Alle land- und forstwirtschaftlichen Betriebsführerinnen und Betriebsführer, die Familienbeihilfe beziehen, erhalten diesen Kinderbonus automatisch im September.“
Oberösterreich ist Wald- und Holzland
Knapp 42 Prozent der gesamten Fläche von Oberösterreich sind bewaldet. Seit 2015 trifft die Borkenkäfer-Plage daher vor allem Oberösterreich stark. Seit 2015 sind laut Zahlen des Landes OÖ rund 4,5 Millionen Restmeter Borkenkäferschadholz angefallen, wovon rund die Hälfte auf den donaunahen Bereich, überwiegend davon auf das untere Mühlviertel, entfallen. „Hauptbetroffen sind viele Waldeigentümer mit kleineren Waldflächen“, berichtet Hiegelsberger. Das Forstpaket im Hilfspaket unterstützt die Waldbauern mit rund 350 Millionen Euro durch Investitionsanreize, der Abgeltung von Schäden, der Finanzierung von Forschungsprojekten sowie einer breit angelegten Holzbauoffensive.
So will das Land OÖ gemeinsam mit proHolz Oberösterreich den Holzbau forcieren. „Bauen mit Holz ist aktiver Klimaschutz und vermindert unnötige Transportkilometer. Nicht zuletzt sichert der Holzbau auch viele Arbeitsplätze im Land - entlang der Wertschöpfungskette Holz beziehen in Oberösterreich etwa 70.000 Menschen ein Einkommen. Es muss nun Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass sich viele Projekte auch in Holzbauweise realisieren lassen“, so Hiegelsberger.


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