Holocaust-Dokumentation gewann Filmpreis in New York
NIEDERWALDKIRCHEN. Gleich bei seinem ersten Filmfestival schaffte der neue Holocaust-Dokumentarfilm von Bernhard Rammerstorfer eine Auszeichnung: In New York erhielt der Niederwaldkirchner Filmemacher für sein Werk den „Alan Fortunoff Humanitarian Award“ und erhielt zusätzlich eine Nominierung in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“.

In „Taking the Stand“ (Im Zeugenstand) lässt Rammerstorfer neun Holocaust-Überlebende aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Tschechien und USA zu Wort kommen und ihre Verfolgungsgeschichten erzählen. Der Film beeindruckte bei seiner Premiere beim renommierten New Yorker Filmfestival Long Island International Film Expo 2016 das internationale Publikum und die Jury gleichermaßen. Knapp 1000 Filme aus aller Welt wurden dazu eingereicht.
Rammerstorfer freut sich über den Erfolg, nur wenige Wochen nachdem er in Russland einen Filmpreis für „Ladder in the Lions“ Den“ erhalten hat: „Es war bereits eine große Ehre, dass der Film hier in New York seine Welt-Premiere feiern konnte. Aber dass der Film gleich beim ersten Filmfestival einen Preis gewinnt, habe ich nicht erwartet. Es ist eine große Belohnung für die jahrelange harte Arbeit, der Jugend die Opfer des Nationalsozialismus zugänglich zu machen und deren Stimmen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“
Zum Projekt
Für das Projekt „Im Zeugenstand“ interviewte Rammerstorfer neun Holocaust-Überlebende und NS-Opfer aus fünf Ländern (Österreich, Tschechien, Deutschland, Frankreich, USA), die nachfolgenden Generationen ein beeindruckendes Vermächtnis geben. Sie wurden entweder aus rassistischen, politisch-ideologischen oder religiösen Gründen verfolgt. Insgesamt waren sie in 54 verschiedenen Lagern oder Anstalten. Zur Erstellung des aus 100 Fragen bestehenden weltweit einzigartigen Fragenkatalogs sammelte Rammerstorfer über einen Zeitraum von fünf Jahren 1400 Fragen von 61 Schulen und Universitäten in 30 Ländern auf fünf Kontinenten.
Bernhard Rammerstorfer, Autor und Filmemacher, ist außerdem Verfasser und Herausgeber des Buches „Ungebrochener Wille“ und Produzent des mehrfach international preisgekrönten Dokumentarfilms „Leiter in der Löwengrube“ sowie „Nein statt Ja und Amen“. Er veröffentlichte diverse schriftliche und filmische Werke zur NS-Thematik, die in mehreren Sprachen und Ländern erschienen. Er referierte an Schulen, Universitäten und Holocaust-Gedenkstätten in Europa und in den USA, darunter die Columbia, Harvard und Stanford University.


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