Oberndorfs Bürgermeister Franz Sturmlechner tritt nach über 40 Jahren von der politischen Bühne ab
Nach langjähriger politischer Tätigkeit geht Oberndorfs Bürgermeister Franz Sturmlechner (ÖVP) in den wohlverdienten Ruhestand. Mit erst 22 Jahren wurde er als jüngster Gemeinderat des Bezirks in die Politik berufen. „Sturmi“, wie er von seinen Gemeindebürgern liebevoll genannt wird gestaltete über 40 Jahre die Gemeinde Oberndorf maßgeblich mit. Tips blickte mit dem Bürgermeister zurück.

Tips:Ende Jänner dieses Jahres legen Sie Ihr Amt nach langer Tätigkeit als Bürgermeister von Oberndorf zurück. Wie lange waren Sie politisch tätig und seit wann beziehungsweise wie lange haben Sie die Geschicke der Gemeinde gelenkt?
Sturmlechner: Ich wurde 1975 mit erst 22 Jahren in den Gemeinderat gewählt, war damals der jüngste Gemeinderat im Bezirk und es war zu dieser Zeit auch unüblich, dass man in diesem Alter Gemeinderat wird. Auch meine damalige Funktion als Jugendgemeinderat war erst im Kommen. Seit 1983 betreue ich den Finanzausschuss und damit die Gemeindefinanzen, die letzten 13 Jahre war ich Bürgermeister von Oberndorf, die zehn Jahre davor Vizebürgermeister.
Warum treten Sie gerade jetzt ab?
Für mich war mein 65. Geburtstag, den ich im Jänner dieses Jahres feiere, immer die „Date Line“ zu gehen, weil ich von älteren Politikern nichts halte – ich glaube, dass man im Alter sturer und starrer wird. Ich lege auch mein Mandat als Gemeinderat zurück, weil ich nichts davon halte, dass ein ehemaliger Bürgermeister im Gemeinderat sitzen bleibt.
Was war das Besondere an Ihrer Tätigkeit, beziehungsweise an was können sie sich besonders gut erinnern?
Dass wir in Oberndorf das Hallenbad erneuert und eine neue Turnhalle errichtet haben, war einer der Highlights. Das Besondere daran war, dass das Projekt ein groß angelegtes Bürgerbeteiligungsprojekt war. Es waren die Bürger, Vereine und Schulen eingebunden – daraus sind dann 80 Menschen für einen Arbeitskreis übriggeblieben, die ein Konzept erarbeitet haben. Dadurch hatte das Projekt auch eine sehr hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, was man unter anderem an den vielen Besuchern beim Eröffnungsfest gesehen hat. Es fand im Mai 2010 statt und es kamen in etwa 1200 bis 1300 Besucher.
Wie sind sie mit negativen Dingen beziehungsweise mit besonderen „Herausforderungen“ umgegangen?
Zu den negativen Dingen kann ich nur sagen, dass ich kein Mensch bin, der Probleme negativ sieht, weil ich immer eine lösungsorientierte Herangehensweise gehabt habe. Wichtig war mir immer auch eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen und eine transparente Arbeit.
Ging es bei den Gemeinderatssitzungen auch oft „hoch her“ wie man so schön sagt?
Die Gemeinderatsbeschlüsse während meiner Amtszeit waren großteils einstimmig, weil wir schon im Vorfeld alles besprochen haben und es immer eine große Transparenz gegeben hat – auch im Hinblick zu den anderen Fraktionen. Wenn zum Beispiel jemand aus einer anderen Fraktion eine gute Idee hatte, dann wurde diese in seinem Namen umgesetzt und nicht zuerst abgelehnt und dann später als eigene Idee verkauft. Eine gute Zusammenarbeit war immer mein Ziel und dadurch gab es auch eine hohe Zufriedenheit.
Wer tritt in Ihre politischen Fußstapfen?
Der jetzige Vizebürgermeister Walter Seiberl. Er ist schon sehr lange als Gemeinderat tätig und durch seine Erfahrung und Fachkenntnis der logische Nachfolger. Ich bin froh, dass die Nachfolge geregelt ist und ein fähiger Mann nachfolgt.
Was wünschen Sie der Gemeinde Oberndorf und den Oberndorfer Bürgern für die Zukunft?
Dass alle weiterhin so zusammenstehen und gemeinsam an einem Strang ziehen, das ist das Wichtigste.
Was haben Sie für Pläne für Ihren politischen Ruhestand?
Ich lasse das auf mich zukommen – ich habe keine konkreten Pläne.
Wie war Ihre politische Arbeit angelegt und auf welche Projekte sind Sie besonders stolz?
Ich war der Koordinator der Wünsche – die Ideen sind von der Bevölkerung gekommen, daher ist der Ausdruck „stolz sein“ für mich so nicht zutreffend. Es gab auch immer eine strikte Zuordnung des jeweiligen Arbeitsbereiches.
Was war Ihnen als Bürgermeister und „Koordinator“ in der Arbeit mit dem Gemeinderat besonders wichtig?
Der jeweilige Gemeinderat ist mit seinem Team selber für seinen Bereich verantwortlich – auch in einem Organigramm ist genau festgehalten, wer für was zuständig ist – so kann niemand sich gegenseitig in die Quere kommen.
Was ich noch sagen wollte…
Mir hat es unheimlich Spaß und Freude gemacht mit den Menschen zu arbeiten, sonst hätte ich das nicht so lange gemacht.


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