Wohnobjekt aus Containern in Oepping scheiterte am Widerstand der Nachbarn
OEPPING. Sieben Jahre lang hat Künstler Peter Grünzweil versucht, sein Container-Projekt zu verwirklichen. Nun ist er nach Sarleinsbach und Kleinzell auch am dritten Standort gescheitert: In Oepping, konkret bei der Grillkreuzung, hat die ganze Siedlung gegen den Wohnbau aus Seecontainern mobil gemacht.

Die Idee ist nicht neu: In vielen europäischen Metropolen sind bereits Studentenwohnheime, Firmenzentralen, Bars oder Brauereien aus See-Containern entstanden. Was allerdings andernorts funktioniert und sich bereits etabliert hat, scheint im Mühlviertel nicht möglich zu sein, ärgern sich Peter Grünzweil und seine Frau Marlene. Die beiden wollten auf ihrem Grundstück in der Gemeinde Oepping ein Wohn-Atelier aus drei übereinander gestapelten Containern errichten. Nicht im schäbigen, gebrauchten Look, sondern als sauber ausgeführte Boxen in Anthrazit. „Die Architektur selbst wäre nicht viel anders gewesen, als bei vielen verschachtelten Neubauten im Mühlviertel“, berichtet der Künstler.
60 Unterschriften gesammelt
Während Oeppings Bürgermeister und auch das Land OÖ den Bau schon abgesegnet hatten, scheiterte das Wohnprojekt letztlich am Widerstand der Nachbarschaft. 60 Unterschriften wurden gegen das Bauvorhaben gesammelt. Die Bewohner sprachen in ihren Stellungnahmen die Optik an und dass Container nicht in eine Wohnsiedlung passen, befürchten aber auch größere Menschenansammlungen bei Ausstellungen oder dergleichen.
Negative Stellungnahme des Ortsbild-Beirates
Dazu kam die negative Stellungnahme des Ortsbild-Beirates. „Die Merkmale des Bauvorhabens stehen im Widerspruch zur Gestaltungscharakteristik und baulichen Struktur der Umgebung“, heißt es in dem Gutachten. Es seien Störungen des Orts- und Landschaftsbildes bei Realisierung zu erwarten. An diese Erkenntnis hielt sich schließlich auch Bürgermeister Thomas Bogner: „An der negativen Stellungnahme habe ich mich als Baubehörde in meiner Entscheidung angelehnt“, sagt er.
„Wollten uns bewusst auf das Wesentliche reduzieren“
Mit soviel Gegenwind hätte das Ehepaar Grünzweil nicht gerechnet, jetzt lassen sie ihre Idee fallen. Ihnen ging es mit dem Projekt Wohnen im Container auch um den Gedanken, den eigenen Wohnraum zu minimieren. „Wir wollten unseren Kindern damit das bewusste Reduzieren und Up-Cycling vorleben. Aber wir leben leider in einer Gesellschaft in der kein Platz mehr für neue Denkweisen und Individualisten ist“, bedauern Marlene und Peter Grünzweil. Sie sehen es auch als Einschränkung der persönlichen Freiheit, dass dieser Bau auf dem eigenen Grund nicht erlaubt ist.


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