Darum wird das Tennisjahr 2024 spannend wie schon lange nicht mehr
Nächste Woche beginnt die neue Tennissaison, die bei den Herren sehr viel Spannung verspricht. Auch wenn Novak Djokovic als großer Favorit auf den Tennisthron gesehen wird, so ist die Anzahl der Herausforderer ordentlich gewachsen. Aus heimischer Sicht gibt es ebenfalls Anlass genug, der kommenden Saison entgegenzufiebern.

Für ein spannendes Tennisjahr 2024 bei den Tennisherren sprechen aus heutiger Sicht viele Gründe:
Olympia-Turnier auf Sand
Das Olympia-Tennisturnier wird dieses Jahr in Paris auf Sand ausgetragen, wodurch sich ein erweiterter Favoritenkreis ergibt. Novak Djokovic fehlt noch eine Goldmedaille bei Olympia in seiner Sammlung. Die Reihe der Herausforderer ist allerdings sehr groß.
Novak Djokovic visiert den Golden Slam an
2021 und 2023 fehlte dem Serben lediglich ein Sieg zum Grand Slam (Sieg bei allen vier Grand Slam Turnieren innerhalb eines Jahres). Für 2024 nennt Djokovic den Golden Slam (Grand Slam sowie Sieg bei Olympia) als Ziel. Er wäre der erste männliche Spieler, dem dieses Kunststück gelänge. Dieses schaffte bisher nur Steffi Graf 1988 bei den Damen.
Raffael Nadal 2024 gleich zweimal in seinem Wohnzimmer
Im Jänner wird der Spanier wie schon so oft ein Comeback nach einer längeren Verletzungspause geben. Auch mit ihm wird 2024 zu rechnen sein, werden doch sowohl die French Open als auch das Olympia-Tennisturnier in seinem „Wohnzimmer“ auf der Anlage Roland Garros in Paris entschieden.
Die großen Drei der neuen Generation
Sie werden die „Big Three“ der „Next Generation“ genannt: Carlos Alcaraz, Jannik Sinner und Holger Rune. Carlos Alcaraz hat mit dem Sieg bei den US Open 2022 und dem Sieg in Wimbleden 2023 bewiesen, welch großes Potential in ihm steckt. Die Frage ist lediglich, ob er verletzungsfrei bleiben wird.
Jannik Sinner zeigte zum Jahresende eine herausragende Form. Der Südtiroler schlug Djokovic zweimal: in der Vorrunde der ATP Finals und auf dem Weg zum Daviscupsieg Italiens. Zudem gewann er das Turnier in Wien in beeindruckender Manier. Kann er seine Form ins neue Jahr hinüberretten?
Holger Rune konnte gegen Ende der Saison selten überzeugen. Sein neuer Coach Boris Becker könnte ihm ABER vor allem im mentalen Bereich Auftrieb geben.
Mit ihnen muss man immer rechnen: Zverev, Medvedev, Tsitsipas
Alexander Zverev konnte in seinem Comebackjahr 2023 immerhin das ATP Finals der besten acht Spieler erreichen. Von ihm ist eine Steigerung zu erwarten, zudem will er seinen Olympiasieg von Tokyo verteidigen. Auch Daniil Medvedev und Stefanos Tsitsipas sind immer Erfolge bei den großen Turnieren zuzutrauen.
Dominic Thiem verbessert
Auch wenn der US Open Sieger von 2020 das abgelaufene Jahr mit Rang 98 ähnlich wie im Jahr davor (Rang 106) abschloss, war 2023 doch eine Steigerung zu sehen. Schade nur, dass der Aufwärtstrend nach dem Finaleinzug in Kitzbühel von einer Darmkrankheit gestoppt wurde. In den ersten Monaten des neuen Jahres hat der Lichtenwörther kaum Punkte zu verteidigen. Wie weit geht es in der Rangliste nach vorne und kann Thiem sein Potenzial endlich ausschöpfen? Viel wird von seiner Vorhand und von seiner mentalen Stärke abhängen. Für letztere hat er seit dem Sommer mit dem Sportpsychologen Andreas Marlovits eine wertvolle Unterstützung bekommen.
Österreichs Nummer eins: Sebastian Ofner
Österreichs Nummer Eins im Tennis möchte nach seiner besten Saison im neuen Kalenderjahr seine Position unter den Top 50 festigen und zeigen, dass er auf der ATP Tour bestehen kann. Aber vielleicht geht für den bescheidenen Steirer von Platz 43 aus auch noch mehr.
Rodionov, Misolic, Novak mit Potential für mehr
Jurij Rodionov konnte 2023 erstmals in die Top 100 der Weltrangliste vorstoßen. Im kommenden Jahr könnte er sich dauerhaft in diesem elitären Kreis etablieren.
Filip Misolic hat sein Können schon öfters unter Beweis gestellt. Gelingt ihm eine konstantere Saison könnte auch er die Top 100 erreichen. Dies wäre auch für Dennis Novak möglich, sollte er im kommenden Jahr verletzungsfrei bleiben.
Österreichische Erfolge bei den Grand Slam Turnieren möglich
Mit Spannung ist auch die Entwicklung von Österreichs Nachwuchstalent Joel Schwärzler zu erwarten. Mit einem unglaublichen Siegeslauf gegen Ende des Jahres 2023 und dem Sieg bei den ITF Finals der acht besten Junioren rückte der von Jürgen Melzer betreute Spieler auf Platz 3 der Jugendweltrangliste vor. Ihm ist zuzutrauen, dass er bei den Grand Slam Turnieren im Juniorenbewerb sehr weit kommen wird. Im Einzel konnte er im Vorjahr in Paris das Viertelfinale erreichen. Im Doppel war der in Südafrika geborene Österreicher bei den US Open mit seinem italienischen Partner zweimal nur einen Punkt vom Junioren-Doppeltitel entfernt.
An Spannung wird es im Tennisjahr 2024 sicher nicht fehlen.


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