Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

ÖSTERREICH. Die heimische Fischproduktion deckt nur einen Bruchteil des nationalen Bedarfs, sodass heimischer Fisch bereits im Jänner aufgegessen wäre. Trotz geringerem Fischkonsum im Vergleich zu anderen Ländern, bleibt die Vielfalt der heimischen Fischarten bedroht. Importierte Mengen übersteigen die Produktion bei weitem, während heimische Arten und deren Lebensräume zunehmend gefährdet sind.

Regenbogenforelle ist der beliebteste heimische Fisch (Foto: stock.adobe.com/JH45)
Regenbogenforelle ist der beliebteste heimische Fisch (Foto: stock.adobe.com/JH45)

Die Österreicher haben im Jänner ihren heimischen Fischvorrat bereits aufgegessen – und das, obwohl ihr Fischkonsum im internationalen Vergleich relativ gering ist. Insgesamt verzehren die Menschen in Österreich pro Jahr rund 71.000 Tonnen Fisch, doch die heimische Produktion kann diesen Bedarf bei weitem nicht decken. Im Jahr 2023 wurden lediglich 5.200 Tonnen Speisefisch in Österreich produziert, von denen ein Teil auch noch exportiert wurde. Um die Nachfrage zu befriedigen, mussten über 77.500 Tonnen Fisch importiert werden.

Würde man sich in Österreich ausschließlich auf den heimischen Fisch verlassen, wäre dieser bereits im Jänner aufgebraucht. Das stellt nicht nur die Konsumgewohnheiten, sondern auch die Nachhaltigkeit der Fischproduktion in Frage.

Interessanterweise ist der Fischkonsum in Österreich über die letzten zwei Jahrzehnte weitgehend konstant geblieben, während weltweit immer mehr Fisch gegessen wird. Mit etwa 13 Kilogramm pro Kopf liegt der Konsum in Österreich deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 25 Kilogramm. Berücksichtigt man jedoch nur das fertige Fischprodukt, reduziert sich die Menge auf sieben bis acht Kilogramm pro Jahr – was nur etwa die Hälfte der empfohlenen Menge ausmacht.

Besonders alarmierend ist die Lage der heimischen Fischarten. Während Regenbogenforelle, Bachsaibling und Karpfen weiterhin in den heimischen Gewässern gedeihen, ist mehr als die Hälfte der österreichischen Fischarten bedroht oder bereits ausgestorben. Ursachen dafür sind unter anderem die Regulierung von Gewässern, veraltete Wasserkraftwerke, die den Fischwanderungen im Weg stehen, und der Klimawandel. Auch die Ausbreitung invasiver Arten sowie land- und forstwirtschaftliche Aktivitäten haben die Artenvielfalt der Fische in Österreich stark beeinträchtigt.

Die heimische Fischproduktion hat zweifellos noch großes Potenzial, besonders angesichts der Spitzenqualität, die dank des hervorragenden Wassers in Österreich erreicht wird. Doch solange der Großteil des Bedarfs durch Importe gedeckt werden muss, bleibt Fisch aus heimischen Gewässern eine Rarität auf den österreichischen Tellern.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Ski-Hammer! ÖSV-Star verkündet sofortiges Karriereende

Ski-Hammer! ÖSV-Star verkündet sofortiges Karriereende

ÖSTERREICH. Der dreifache Weltcupsieger gibt am Sonntag sein Karriereende bekannt. Er kämpfte sich zuletzt von einer schweren Verletzung zurück. ...

Tips - total regionalManuel Tonezzer
Virales Raservideo: Autofahrer drohen 2.000 Euro Strafe und Führerscheinentzug

Virales Raservideo: Autofahrer drohen 2.000 Euro Strafe und Führerscheinentzug

THESSALONIKI/GRIECHENLAND. Mit unglaublichen 310 km/h soll ein Autofahrer über eine Autobahn gerast sein. Ein Video der gefährlichen Fahrt verbreitete sich in den sozialen Medien und sorgte für Empörung. Mittlerweile ermittelt die Polizei.  ...

Tips - total regionalVerena Beneder, LL.B.
Sozialleistungsbetrug in Niederösterreich: Fast 63.300 Euro erschlichen

Sozialleistungsbetrug in Niederösterreich: Fast 63.300 Euro erschlichen

MISTELBACH/NIEDERÖSTERREICH. Ein mutmaßlicher Sozialleistungsbetrug beschäftigte die Behörden in Niederösterreich. Drei Personen sollen gefälschte Dokumente verwendet haben, um über Jahre hinweg Sozialleistungen zu Unrecht zu beziehen. Der entstandene Schaden beläuft sich laut Polizei auf beinahe 63.300 Euro. ...

Tips - total regionalVerena Beneder, LL.B.
Vermisstes Kind (12) nach Unwetter tot aufgefunden

Vermisstes Kind (12) nach Unwetter tot aufgefunden

GRANOLLERS/SPANIEN. Zehn Tage lang wurde nach einem zwölfjährigen Buben gesucht, der während eines schweren Unwetters verschwunden war.

Tips - total regionalVerena Beneder, LL.B.
Schwangere Niederösterreicherin: AK erkämpft volles Gehalt ohne Arbeit

Schwangere Niederösterreicherin: AK erkämpft volles Gehalt ohne Arbeit

GÄNSERNDORF/NIEDERÖSTERREICH. Eigentlich sollte ihr befristeter Arbeitsvertrag verlängert werden. Doch nachdem eine Nachmittagsbetreuerin ...

Tips - total regionalVerena Beneder, LL.B.
Tragödie in der Steiermark: 28-Jähriger bei Grabungsarbeiten tödlich verschüttet

Tragödie in der Steiermark: 28-Jähriger bei Grabungsarbeiten tödlich verschüttet

GNAS/STEIERMARK. Ein schwerer Arbeitsunfall hat sich am Samstagvormittag in der Südoststeiermark ereignet. In Gnas wurde ein 28-jähriger Mann ...

Tips - total regionalVerena Beneder, LL.B.
Weitere Beiträge