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Rekordverdächtige Sturmbilanz 2024: 1,5 Millionen Festmeter Schadholz in Österreichs Wäldern

Tips LogoThomas Leitner, 15.01.2025 11:02

ÖSTERREICH. Das Jahr 2024 brachte Österreichs Wäldern extreme Herausforderungen: Sturmschäden in Rekordhöhe, ein deutlich reduzierter Borkenkäferbefall und hohe Kosten für Waldpflege. Wie die Bundesforste reagieren und die Zukunft der Wälder sichern wollen.

Windwurfschäden im ÖBf-Forstrevier St. Gilgen im Flachgau-Tennengau(Foto: ÖBf-Archiv/M. Hopfer)
Windwurfschäden im ÖBf-Forstrevier St. Gilgen im Flachgau-Tennengau(Foto: ÖBf-Archiv/M. Hopfer)

Das Jahr 2024 war für die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) ein Jahr der Extreme: 1,5 Millionen Festmeter Schadholz, ein Anteil von 75 Prozent am Gesamtholzeinschlag und Schäden in Rekordhöhe von 49 Millionen Euro prägen die Bilanz. Besonders herausfordernd waren die Aufarbeitung der Sturmschäden und die Bekämpfung des Borkenkäfers – eine Mammutaufgabe, die dank schneller Maßnahmen und gezielter Investitionen gemeistert wurde.

Stürme sorgen für Rekordschäden

Bereits der Jahresbeginn war geprägt von den Nachwirkungen zweier schwerer Stürme aus dem Herbst 2023. Im Verlauf des Jahres folgten zahlreiche kleinere und mittlere Windwürfe, die sich zu den größten Sturmschäden der letzten 15 Jahre summierten. Besonders betroffen waren Regionen wie Salzburg, die Obersteiermark, Tirol und Niederösterreich.

„Die Aufarbeitung nach Windwürfen ist ein Wettlauf gegen die Zeit“, erklärt Andreas Gruber, ÖBf-Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz. „Je schneller das Schadholz aus dem Wald gebracht wird, desto weniger Nährboden findet der Borkenkäfer.“ Rund 70 Prozent der Schäden in 2024 gingen auf Stürme zurück, während Schneebruch etwa neun Prozent ausmachte.

Erfolg bei der Borkenkäferbekämpfung

Trotz überdurchschnittlich warmer Monate, die die Vermehrung des Borkenkäfers begünstigten, konnten die ÖBf den Käferschaden um mehr als 60 Prozent reduzieren. „Das ist auf intensive Prävention und Gegenmaßnahmen wie die Entrindung von Windwurfstämmen, Monitoring und den Einsatz von Fangbäumen zurückzuführen“, so Gruber. Mit rund 270.000 Festmetern Käferholz sank der Anteil auf 18 Prozent des Schadholzes. Besonders positiv entwickelten sich die Zahlen in der Obersteiermark, während in Kärnten der Kampf gegen den Borkenkäfer anhält.

Nachhaltige Investitionen für die Zukunft

Die ÖBf investierten 2024 rund 18,5 Millionen Euro in Käferbekämpfung und Waldpflege – die höchste Summe seit 15 Jahren. „Bis 2030 planen wir weitere 100 Millionen Euro, um unsere Wälder stabil und resilient zu halten“, betont Georg Schöppl, Vorstandssprecher der ÖBf. Ziel ist der Umbau hin zu artenreichen Mischwäldern, die den Herausforderungen der Klimakrise gewachsen sind.

„Wald der Zukunft“ als Schlüssel zur Resilienz

Die Klimakrise mit ihren Rekordtemperaturen, Sturmereignissen und Extremwetterlagen macht deutlich, dass der Waldumbau unverzichtbar ist. Nur naturnahe, nachhaltig bewirtschaftete Wälder können den ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ansprüchen der Zukunft gerecht werden.

Mit dem Leitprinzip der Nachhaltigkeit und einer aktiven Waldbewirtschaftung stehen die Bundesforste als größter Naturraumbewirtschafter Österreichs vor einer Mammutaufgabe.


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