Tod wegen zu teurem Medikament: Asthmapatient (22) stirbt nach drastischer Preiserhöhung
WISCONSIN. Tragödie in den USA: Ein junger Mann starb im Januar 2024 an den Folgen eines schweren Asthmaanfalls, nachdem sich der Preis für sein Asthmamedikament innerhalb kurzer Zeit drastisch erhöht hatte.
Berichten zufolge litt der 22-jährige Mann seit seiner frühen Kindheit an chronischem Asthma. Seine Krankheit hatte er gut im Griff, mit einem kortisonhaltigen Inhalator ließ sich diese gut kontrollieren.
Versicherungsänderung mit schweren Folgen
Über die Krankenversicherung seines Arbeitgebers war das Medikament zunächst abgedeckt. Während der Selbstbeteiligungsphase zahlte der Mann zwischen 35 und knapp 67 US-Dollar. Im Herbst 2023 änderte der für die Arzneimittelverwaltung zuständige Pharmacy Benefit Manager OptumRx jedoch die Liste der für 2024 erstattungsfähigen Medikamente. Dabei wurde der verwendete Inhalator aus dem Leistungskatalog gestrichen. Ohne Versicherungsschutz lag der Preis bei über 530 US-Dollar. Nach Angaben der Familie erhielt ihr Sohn keine ausreichende Vorabinformation über diese Änderung, obwohl gesetzliche Regelungen im Bundesstaat Wisconsin eine frühzeitige Information der Versicherten vorsehen.
Mann zahlte Miete statt Medikament
Am 10. Januar 2024 wollte der 22-Jährige sein Rezept in einer Walgreens-Apotheke einlösen. Dort wurde ihm mitgeteilt, dass das Medikament nicht mehr von seiner Versicherung übernommen werde. Der Eigenanteil belief sich auf 539,19 US-Dollar. Der junge Mann verließ die Apotheke ohne den Inhalator, um seine Miete zu bezahlen. In den darauffolgenden Tagen griff er auf einen alten Notfallinhalator zurück.
Tragischer Tod
Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend. Am 15. Januar erlitt der Mann einen schweren Asthmaanfall. Ein Mitbewohner brachte ihn ins Krankenhaus, doch während der Fahrt verlor er das Bewusstsein und hatte keinen Puls mehr. Trotz Wiederbelebung und intensivmedizinischer Behandlung fiel er ins Koma. Nach sechs Tagen ohne Aussicht auf Besserung wurden die lebenserhaltenden Maßnahmen gestoppt. Er starb am 21. Januar 2024.
Familie klagt Unternehmen
Die Eltern reichten Klage gegen Walgreens sowie gegen United Health Group und deren Tochter OptumRx ein. Sie werfen den Unternehmen Fahrlässigkeit und mangelnde Kommunikation vor und sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der Preiserhöhung und dem Tod ihres Sohnes.