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ÖSTERREICH. Ein extrem starker Sonnensturm sorgte über Österreich für spektakuläre Polarlichter. Experten sprechen vom höchsten gemessenen Wert seit mehr als drei Jahrzehnten.

Nordlichter über dem Attersee in Oberösterreich (Foto: Wolfgang Gebetsroither)
Nordlichter über dem Attersee in Oberösterreich (Foto: Wolfgang Gebetsroither)

Ein außergewöhnlicher geomagnetischer Sturm hat in der Nacht auf Dienstag (20. Jänner 2026) den Himmel über Österreich erleuchtet. Der starke Sonnensturm traf auf das Magnetfeld der Erde und ließ vielerorts eindrucksvolle Polarlichter entstehen – sichtbar bis in mittlere Breiten.

Rekordwerte im Sonnenwind

Laut dem Space Weather Office der GeoSphere Austria wurde dabei die höchste Feldstärke im erdnahen Sonnenwind seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. „Der aktuelle Sonnensturm erreichte nahe der Erde eine außergewöhnlich hohe Feldstärke von 91 Nano-Tesla, was dem Zehnfachen des Durchschnittswerts entspricht“, erklärt Christian Möstl. Vergleichbare Messwerte habe es in den seit 1995 geführten Daten noch nie gegeben.

Schnellster Sturm des Sonnenzyklus

Mit einer Geschwindigkeit von rund 1.178 Kilometern pro Sekunde war es zugleich der schnellste Sonnensturm des laufenden Sonnenzyklus. Trotz seiner enormen Stärke blieben größere technische Probleme bislang aus. Störungen bei Satelliten, Navigationssystemen oder Stromnetzen seien derzeit nicht bekannt, könnten jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden.

Warum die Auswirkungen begrenzt blieben

Bemerkenswert ist, dass der Sturm nicht den stärksten geomagnetischen Effekt ausgelöst hat. Der Grund liegt in der Ausrichtung seines Magnetfeldes. Dieses war nahezu exakt nach Norden gerichtet und konnte sich daher nur begrenzt mit dem Erdmagnetfeld koppeln. Bei entgegengesetzter Ausrichtung wären laut Experten sogar großflächige Stromausfälle möglich gewesen.

Frühwarnung aus dem All

Wertvolle Daten lieferte die Raumsonde Solar Orbiter der europäischen Raumfahrtbehörde ESA, die den Sturm bereits in großer Distanz erfasste. Dadurch konnten Struktur und Intensität frühzeitig analysiert werden. Das Ereignis unterstreicht die Bedeutung des Upstream-Monitorings, bei dem das Space Weather Office der GeoSphere Austria international zu den führenden Forschungsgruppen zählt.

Da sich die Sonne weiterhin im Maximum ihres elfjährigen Zyklus befindet, rechnen Fachleute auch 2026 mit weiteren intensiven Sonnenaktivitäten – und möglicherweise erneut mit Polarlichtern über Österreich.


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