Wildcamping-Verbot in Südtirol: Schluss mit dem Gratis-Urlaub im Wohnmobil
ITALIEN. Südtirol greift hart durch. Eine neue Verordnung verbietet Wildcampen und Biwakieren. Damit soll das Park-Chaos in der Urlaubsregion endlich gestoppt werden.
Südtirol-Urlauber müssen jetzt ganz stark sein. Das romantische Übernachten unter freiem Sternenhimmel oder auf dem Wanderparkplatz wird in der beliebten Alpenregion massiv eingeschränkt. Was für viele nach grenzenloser Freiheit klingt, ist den Behörden und Einheimischen längst ein Dorn im Auge. Vor allem in der Hochsaison verwandelten sich idyllische Bergpanoramen zuletzt immer häufiger in wilde Campingplätze. Damit ist nun Schluss: Der Südtiroler Gemeindenverband hat gemeinsam mit dem Tourismusressort eine knallharte Musterverordnung vorgelegt, die das Übernachten außerhalb offizieller Plätze strikt regelt.
Strafen und Kontrollen in Schutzgebieten
Landesrat Luis Walcher macht deutlich, dass das Phänomen überhandgenommen hat. Die neuen Regeln zielen darauf ab, öffentliche Stellflächen für Tagestouristen freizuhalten und dauerhafte Belagerungen durch Camper zu unterbinden.
Wer glaubt, sich in entlegene Gebiete flüchten zu können, irrt: Die Landesabteilung Forstdienst hat ihre Überwachungsmaßnahmen bereits im vergangenen Herbst verschärft. Auch in diesem Jahr patrouillieren die Ranger verstärkt entlang gesperrter Forstwege und in sensiblen Schutzgebieten. Verstöße gegen die strengen Unterschutzstellungsdekrete werden konsequent geahndet, denn der Schutz der Natur genießt oberste Priorität.
Hygiene-Probleme und Sicherheitsrisiken
Hinter der neuen Verordnung steckt jedoch nicht nur der Naturschutz. Die Behörden reagieren damit auf zunehmende hygienisch-sanitäre Missstände. Da viele Wildcamper nicht über entsprechende Entsorgungsmöglichkeiten verfügen, leiden die betroffenen Plätze unter Verschmutzungen. Zudem wird die öffentliche Sicherheit gefährdet, wenn Rettungswege durch unrechtmäßig geparkte Fahrzeuge blockiert sind. Das Verbot umfasst neben dem klassischen Campieren mit dem Wohnmobil ausdrücklich auch das Biwakieren auf öffentlichem Grund, sofern keine akute Notsituation vorliegt.
Legale Alternativen für echte Fans
Wer Südtirol weiterhin authentisch erleben möchte, wird auf die offiziellen Camping- und Wohnmobilstellplätze verwiesen. Diese unterliegen der Gastgewerbeordnung und bieten die nötige Infrastruktur, um die Umwelt zu schonen. Zahlreiche Gemeinden haben die neue Verordnung bereits übernommen und setzen damit ein klares Zeichen gegen den Wildwuchs.
Für Reisende bedeutet das: Vorab reservieren ist Pflicht, sonst endet der Traum vom Bergurlaub schnell mit einem teuren Knöllchen oder einem Platzverweis durch die Forstbehörde. Die Zeiten des wilden Abenteuers auf Parkplätzen sind damit endgültig vorbei.
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