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Pfand-Erfolg: Österreich knackt bereits im ersten Jahr die Milliarden-Marke

Tips Logo Thomas Leitner, 28.01.2026 13:35

ÖSTERREICH. Österreich im Recycling-Rausch: Über 80 Prozent der Pfandgebinde sind zurück im Kreislauf. Das erste Jahr mit dem Einwegpfand bricht bereits alle Rekorde. 

Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und Monika Fiala, Geschäftsführerin EWP Recycling Pfand Österreich (Foto: EWP Recycling Pfand Österreich/APA-Fotoservice/Roland Rudolph)

Ein ganzes Jahr ist es nun her, dass der große Umbruch in unseren Supermarktregalen stattfand. Seit dem 1. Jänner 2025 gehört das Zischen beim Öffnen einer Dose untrennbar zum Gedanken an die 25 Cent Pfand. Die aktuelle Bilanz von Umweltminister Norbert Totschnig und Recycling Pfand Österreich zeigt jetzt: Die Österreicher sind echte Sammel-Profis! Mit einer beeindruckenden Quote von 81,5 Prozent wurde das offizielle Ziel für das erste Jahr nicht nur erreicht, sondern locker getoppt. Damit ist das Projekt eines der größten Kreislaufwirtschaftsprojekte, die das Land je gesehen hat.

Milliarden-Jubel an den Automaten

Die Zahlen hinter dem Erfolg sind gigantisch. Rund zwei Milliarden Pfandflaschen und -dosen fluteten im Jahr 2025 den Markt. Das Ergebnis? Sensationelle 1,4 Milliarden dieser Gebinde landeten nach dem Austrinken nicht im Müll oder in der Natur, sondern direkt wieder im System. Im Durchschnitt dauert es genau 51 Tage, bis eine Flasche den Weg zurück zum Automaten findet. Dieser Erfolg ist vor allem der Disziplin der Konsumenten zu verdanken. Acht von zehn Flaschen werden bereits im Kreis geführt – ein Meilenstein für den Umweltschutz und gegen das unschöne Littering in unseren Wäldern und Parks.

Der Supermarkt als Recycling-Zentrum

Wo geben wir unser Leergut am liebsten ab? Die Antwort ist eindeutig: Der Weg führt fast immer zum Automaten im Supermarkt. Österreich glänzt mit einer der höchsten Dichten an Rückgabestellen in ganz Europa. Über 6.400 Automaten stehen bereit, und 98 Prozent der Rückgaben werden genau dort abgewickelt. Nur ein winziger Bruchteil von zwei Prozent landet bei manuellen Stellen wie Bäckereien oder Kantinen. Der Österreicher liebt es eben effizient: Pro Stopp am Automaten werden im Schnitt gleich 13 leere Dosen oder Flaschen retourniert. Die Akzeptanz ist riesig, rund drei Viertel der Bevölkerung stehen voll hinter dem System.

Jagd auf die 90-Prozent-Marke

Doch nach dem Erfolg ist vor dem Ziel. Die Macher hinter dem Pfandsystem blicken bereits motiviert in die Zukunft. Bis 2027 soll die Sammelquote auf satte 90 Prozent steigen. Damit wäre Österreich der EU-Vorgabe sogar zwei Jahre voraus. Der Vorteil liegt auf der Hand: Aus einer alten PET-Flasche wird direkt eine neue. Dieser geschlossene Kreislauf spart wertvolle Rohstoffe und macht uns unabhängig von internationalen Märkten. Sogar das Design der Verpackungen ändert sich bereits – Etiketten lösen sich leichter, damit das Recycling noch besser flutscht. Der österreichische Weg zeigt: Umweltschutz kann richtig gut funktionieren.

Rückgabezahlen nach Bundesländern

Im Gesamtjahr 2025 wurden 1,4 Milliarden Pfandgebinde (51 Prozent Kunststoffflaschen, 49 Prozent Metalldosen) im Einweg-Pfandsystem zurückgegeben. Die Rückgabezahlen verteilen sich auf die einzelnen Bundesländer wie folgt:  

  • Vorarlberg: 54 Millionen
  • Tirol: 98 Millionen
  • Salzburg: 90 Millionen
  • Kärnten: 83 Millionen
  • Steiermark: 180 Millionen
  • Oberösterreich: 197 Millionen
  • Niederösterreich: 291 Millionen
  • Wien: 315 Millionen
  • Burgenland: 53 Millionen

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