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Schulessen-Check in Österreich: Zwischen Bio-Anspruch und fieser Zuckerfalle – so ungesund essen die Kinder wirklich

Tips LogoThomas Leitner, 28.01.2026 21:10

ÖSTERREICH. Studie deckt auf. Während Schulleitungen von gesundem Essen träumen, regieren in der Realität oft Sirup und Fett. Nur wenige Schulen kochen wirklich kindgerecht.

Essen an Schulen oft ungesund (Foto: Monkey Business/adobe.stock)
Essen an Schulen oft ungesund (Foto: Monkey Business/adobe.stock)

Gesunde Ernährung gehört längst zum Bildungsauftrag der Volksschulen. Programme, Projekte und Initiativen sind nahezu flächendeckend etabliert. Doch ausgerechnet dort, wo Kinder täglich essen, klafft eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Studie von SIPCAN, durchgeführt mit Unterstützung des Kinderverpflegungsspezialisten Goldmenü.

Hoher Anspruch, ernüchternde Realität

97 Prozent der Volksschulen beteiligen sich an Aktivitäten zur Förderung gesunder Ernährung, 99 Prozent an Bewegungsinitiativen. Der Anspruch der Schulleitungen ist entsprechend hoch. Vegetarische Speisen, regionale und saisonale Zutaten sowie Rücksicht auf Allergien und Unverträglichkeiten gelten vielerorts als selbstverständlich. Auch religionsspezifische Speisevorgaben werden häufig berücksichtigt, ebenso das Feedback der Schüler bei der Speiseplangestaltung. Dennoch zeigt die Studie: Nur 29 Prozent der Schulen können für ihren Mittagstisch eine Zertifizierung für kindgerechtes Essen nachweisen. Besonders auffällig ist, dass mehr als ein Drittel der befragten Schulleitungen nicht einmal weiß, ob eine solche Auszeichnung an ihrer Schule vorhanden ist.

Zuckerfalle am Mittagstisch

Alle Schulen bieten Leitungswasser zum Essen an. Doch bei jeder dritten Schule steht zusätzlich Sirup oder Verdünnsaft auf dem Tisch. Besonders hoch ist dieser Anteil in Kärnten sowie in Oberösterreich und der Steiermark. Ernährungswissenschafter sehen darin ein unterschätztes Problem, da Sirupgetränke große Mengen Zucker enthalten, ohne von Kindern als besonders süß wahrgenommen zu werden. Wien nimmt hier eine Sonderrolle ein: Dort werden neben Wasser überwiegend Milch und Milchgetränke angeboten, zuckerhaltige Alternativen spielen kaum eine Rolle.

Wien kocht anders

Das Problem liegt oft im System. Über 80 Prozent der Schulen setzen auf externe Lieferanten wie Gasthäuser oder Caterer. Meistens wird das Essen warm geliefert und über Stunden heißgehalten. Das Resultat: Vitamine schwinden, die Konsistenz leidet und der Geschmack bleibt auf der Strecke.

Wien geht hier einen moderneren Weg und setzt auf das „Cook & Chill“-Verfahren, bei dem die Speisen frisch gekocht, schnell gekühlt und erst vor Ort punktgenau regeneriert werden. Das ist nicht nur hygienischer, sondern lässt den Kindern oft auch die Wahl zwischen verschiedenen Menüs, was bei klassischer Warmverpflegung meist unmöglich ist.

Für Katharina Albrecht, Ernährungswissenschaftlerin beim Kinderverpflegungsspezialisten Goldmenü, sind bei kindgerechter Ernährung nicht nur Faktoren wie Salzgehalt, die richtige Balance aus Ballaststoffen, Vitaminen und Eiweiß oder der Verzicht auf künstliche Zusatzstoffe wichtig. „Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass Kinder lieber zu Gemüse greifen, wenn es klein geschnitten ist und sortenrein serviert wird. Und auch eine klassische Sauce Bolognese wird mit Linsen und Gemüse vollwertiger und schmeckt genauso gut.“


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