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Bargeld in Gefahr? Ab 2027 gelten Bargeldeinschränkungen in Österreich

Tips Logo Verena Beneder, LL.B., 03.02.2026 04:42

EU/ÖSTERREICH. Ist das Bargeld bald Geschichte? Die Nutzung von Bargeld steht vor einem massiven Einschnitt. Ab dem 10. Juli 2027 gelten in Österreich neue EU-weite Regeln, die Barzahlungen über 10.000 Euro an Unternehmen verbieten. Ziel der Reform ist der Kampf gegen Geldwäsche und organisierte Kriminalität.

Symbolbild: wedmoments.stock/stock.adobe.com
Symbolbild: wedmoments.stock/stock.adobe.com

 Bargeld wird zwar nicht abgeschafft, doch die Freiheit, es uneingeschränkt einzusetzen, sinkt. Doch was bedeutet das konkret?

Neue Obergrenze für Bargeld

Mit Inkrafttreten der EU-Verordnung können hohe Bargeldbeträge nicht mehr unbegrenzt verwendet werden. Unternehmen dürfen Barzahlungen über 10.000 Euro nicht mehr akzeptieren, und Händler müssen die Identität ihrer Kunden bereits ab etwa 3.000 Euro überprüfen. Anonyme Zahlungen gehören damit weitgehend der Vergangenheit an. Privatpersonen untereinander sind von der Obergrenze ausgenommen, so soll ein Autoverkauf zwischen Nachbarn oder andere private Geschäfte weiterhin ohne Limit möglich bleiben.

Bargeld bleibt nicht mehr frei

Die Regelung beschränkt nicht den Besitz von Bargeld. Jeder kann weiterhin sparen, abheben oder Geld zu Hause aufbewahren. Die Einschränkungen betreffen ausschließlich die Verwendung von Bargeld im geschäftlichen Verkehr. Wer hohe Summen bar zahlen möchte, muss künftig entweder auf digitale Alternativen ausweichen oder Zahlungen aufteilen. Auch Banken unterliegen strengeren Vorschriften: Bareinzahlungen oder Abhebungen über 10.000 Euro können kontrolliert werden und erfordern Nachweise zur Herkunft des Geldes.

Österreich vor der Bargeld-Wende

Bisher existierte in Österreich keine feste Obergrenze für Bargeldzahlungen. Hohe Barzahlungen waren möglich, solange die Geldwäsche-Regeln eingehalten wurden. Ab 2027 ändert sich dies grundlegend: Barzahlungen werden überwacht, dokumentiert und teilweise verboten. Die neue Obergrenze markiert einen Wendepunkt: Bargeld bleibt als Zahlungsmittel bestehen, verliert jedoch ein Stück seiner zentralen Eigenschaft: die freie, anonyme Nutzung. Faktisch verschiebt sich die Grenze: Nicht mehr der Besitz, sondern die Verwendung von Bargeld wird reguliert.


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