Experte warnt: Krankheit "X" könnte die nächste Pandemie auslösen
WELT. Der serbische Epidemiologe Zoran Radovanović warnt vor der sogenannten „Krankheit X“. Seiner Einschätzung nach könnte sich eine bislang unbekannte Krankheit künftig weltweit ausbreiten und eine neue Pandemie auslösen. Auch die WHO bereitet sich auf ein solches Szenario vor.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt seit Jahren vor einer potenziellen globalen Bedrohung: der sogenannten „Krankheit X“. Experten befürchten, dass sich eine bislang unbekannte Krankheit schnell weltweit ausbreiten und Millionen Menschenleben fordern könnte.
Der serbische Epidemiologe Zoran Radovanović äußerte sich nun gegenüber dem serbischen Portal „blic.rs„ zu den Risiken einer solchen Pandemie.
„Größte Bedrohung für die Menschheit“
Einen genauen Zeitpunkt für einen möglichen Ausbruch könne niemand vorhersagen, betont Radovanović. Eine Pandemie könnte demnach morgen eintreten oder erst in hundert Jahren.
Nach seiner Einschätzung wird „Krankheit X“ vermutlich wie frühere Pandemien von Tieren auf Menschen übertragen. Eine weltweite Ausbreitung sei nur dann möglich, wenn die menschliche Immunität gegen den Erreger null betrage. Durch vorhandene Antikörper, Immunität oder Impfstoffe lasse sich eine solche Krise jedoch verhindern.
„Die größte Bedrohung für die Menschheit ist ein Virus – nicht ein Atomkrieg oder ein Meteorit. Wir müssen auf alles vorbereitet sein“, warnte der Epidemiologe.
Auch WHO warnt vor nächster Pandemie
WHO-Generaldirektor Tedros Ghebreyesus betonte bereits Anfang 2024 beim Weltwirtschaftsforum in Davos die Dringlichkeit globaler Vorsorge: „Es ist nicht die Frage, ob, sondern wann eine solche Bedrohung eintritt.“
Ein geplanter internationaler Pandemie-Vertrag, dessen Abschluss bis Mai 2026 angestrebt wird, soll Länder besser auf künftige Krisen vorbereiten und die Lehren aus der Covid-19-Pandemie bündeln.
Rätsel um ungeklärte Todesfälle im Kongo gelöst
Erst im Dezember 2024 zeigte ein konkreter Vorfall, wie schwer die Einschätzung neuer Krankheiten sein kann: In der Demokratischen Republik Kongo waren über Wochen zahlreiche Krankheits- und Todesfälle ungeklärt.
Nach umfangreichen Untersuchungen erklärte die WHO, dass keine neue „Krankheit X“ ausgebrochen sei. Die Häufung von Todesfällen sei vielmehr auf eine Kombination aus Malaria, viralen Atemwegsinfektionen und Unterernährung zurückzuführen gewesen. Besonders Kinder unter fünf Jahren seien stark betroffen gewesen, was die Bedeutung präventiver Gesundheitsmaßnahmen in besonders gefährdeten Regionen unterstreicht.


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