Bergnot am Gruberhorn: Zwei Wanderer in letzter Minute aus Schneesturm gerettet
SALZBURG. Schneetreiben, Dunkelheit und Neuschnee zwangen zwei Wanderer am Samstagabend am Gruberhorn zum Notruf. Rund 20 Bergretter kämpften sich in der Nacht zu ihnen vor.

Ein 25-jähriger Mann und eine 31-jährige Frau starteten am 14. Februar gegen Mittag von Lämmerbach in Hintersee zu einer Tour in der Osterhorngruppe. Ihr Ziel: der 1.675 Meter hohe Regenspitz, danach das 1.732 Meter hohe Gruberhorn. Was als Winterwanderung begann, endete wenige Stunden später in dramatischer Bergnot.
Notruf bei Dunkelheit und Schneesturm
Rund 30 Meter unterhalb des Gipfels des Gruberhorns setzten die beiden um 19 Uhr einen Notruf ab. Beim Abstieg über die Ostflanke in Richtung Gennersattel hatten sie sich angesichts von 20 bis 30 Zentimetern Neuschnee, schlechter Sicht und einsetzendem Schneefall nicht mehr weitergetraut. Der schmale Steig führte durch felsiges Steilgelände – ein Fehltritt hätte fatale Folgen haben können.
In Rettungsdecken gewickelt warteten sie im Schneetreiben auf Hilfe. Ein Hubschraubereinsatz war wegen des Wetters ausgeschlossen. Die Bergrettungsortsstelle Salzburg rückte aus, unterstützt von den Ortsstellen Hallein und Grödig. Rund 20 Einsatzkräfte kämpften sich unter widrigen Bedingungen den Berg hinauf.
Am Seil gesichert ins Tal
Gegen 21.50 Uhr erreichten die ersten Bergretter das Paar. Beide waren unverletzt, aber bereits leicht unterkühlt. Nach der Erstversorgung begann der schwierige Abstieg zu Fuß. Das erste Steilstück wurde am Seil gesichert überwunden, ehe es talwärts Richtung Genneralm ging.
Nach dem heiklen Abschnitt konnten die Wanderer per Quad zur Diensthütte auf rund 1.270 Metern gebracht werden. Dort erhielten sie warme Kleidung und Getränke, bevor sie ins Tal nach Lämmerbach transportiert wurden. Von dort traten sie selbstständig die Heimreise an.
Die beiden – aus Deutschland und Österreich – waren laut Bergrettung gut ausgerüstet, hatten die Tour jedoch offensichtlich unterschätzt. Der plötzliche Schlechtwettereinbruch, Neuschnee und Dunkelheit verschärften die Lage. Die Bergrettung appelliert eindringlich an eine sorgfältige Tourenplanung und die Beachtung aktueller Wetterprognosen.


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