Österreichischer Alpenverein warnt: 24 Lawinentote – freie Hänge bleiben brandgefährlich
ÖSTERREICH. 24 Tote durch Lawinen seit Jahresbeginn. Der Alpenverein schlägt Alarm und warnt vor Touren im freien Gelände – Sonne und Wärme verschärfen die Lage.

In den heimischen Bergen spitzt sich die Lage dramatisch zu. Bereits 24 Menschen sind heuer durch Lawinen ums Leben gekommen – deutlich mehr als im langjährigen Durchschnitt. Der Österreichischer Alpenverein richtet deshalb einen eindringlichen Appell an Tourengeher und Variantenfahrer: Wer jetzt ins freie Gelände aufbricht, setzt sich einem hohen Risiko aus.
Tückisches Altschneeproblem unter der Oberfläche
Besonders heimtückisch ist heuer das sogenannte Altschneeproblem. Schwachschichten liegen teils tief verborgen in der Schneedecke und sind selbst für erfahrene Bergsportler kaum zu erkennen. Laut Alpenverein können sich Schneemassen auch in weniger steilem Gelände lösen und zu großflächigen Lawinen anwachsen. Zusätzlich erhöhen Triebschneeansammlungen in Rinnen, Mulden und hinter Geländekanten die Gefahr massiv.
Experten raten daher zu größter Zurückhaltung. Hänge mit mehr als 30 Grad Neigung sollten konsequent gemieden werden. Entscheidend ist nicht nur die geplante Route, sondern auch das umliegende Gelände. Wer offensiv plant, riskiert sein Leben.
Sonne treibt Lawinengefahr im Tagesverlauf nach oben
Mit jedem Sonnenstrahl steigt das Risiko weiter. Die Schneedecke verliert durch Wärme an Stabilität, vor allem auf steilen Südhängen. Doch auch schattige Hänge in mittleren und hohen Lagen bleiben kritisch. Besonders gefährlich: Nass- und Gleitschneelawinen in den warmen Nachmittagsstunden.
Der Alpenverein betont, dass derzeit vor allem Zeitmanagement Leben retten kann. Früher Aufbruch, bewusste Wahl von Exposition und Höhenlage sowie eine rechtzeitige Rückkehr in sicheres Gelände sind entscheidend. Späte Gipfelankünfte oder Abfahrten in der Wärmephase erhöhen das Risiko deutlich.
Neben defensiver Planung gelten große Abstände im Aufstieg, das Vermeiden von Sammelpunkten in Gefahrenzonen und eine vollständige Notfallausrüstung als Pflicht. Dazu zählen LVS-Gerät, Sonde, Schaufel, Erste-Hilfe-Set sowie Mobiltelefon. Zusätzliche Sicherheitsausrüstung wie Airbag und Helm wird dringend empfohlen.


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