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STEIERMARK. Ein 70-jähriger Pensionist aus der Steiermark ist Opfer einer besonders raffinierten Betrugsmasche geworden. Kriminelle erbeuteten knapp 100.000 Euro, nachdem sie den Mann mit einer Kombination aus Phishing-Mail und manipuliertem Telefonanruf täuschten.

Symbolbild: InsideCreativeHouse/stock.adobe.com
Symbolbild: InsideCreativeHouse/stock.adobe.com

Die Polizei warnt nun eindringlich vor ähnlichen Fällen im Zusammenhang mit dem Online-Portal FinanzOnline.

Falsche Warnung zum angeblichen Registrierungsablauf

Ausgangspunkt des Betrugs war eine E-Mail, in der der 70-Jährige über den angeblichen Ablauf seiner FinanzOnline-Registrierung informiert wurde. Um eine Sperre zu vermeiden, sollte er einem beigefügten Link folgen und seine Daten bestätigen. Die verlinkte Webseite wirkte auf den ersten Blick seriös und ähnelte dem offiziellen Portal des Finanzministeriums bis ins Detail.Tatsächlich handelte es sich jedoch um eine Phishing-Seite. Der Mann gab dort persönliche Daten ein, darunter auch Informationen, die später für weitere Schritte der Täter entscheidend waren.

Anruf mit vermeintlicher Banknummer

Nur wenige Tage später erhielt der Pensionist einen Anruf eines vermeintlichen Bankmitarbeiters. Am Display seines Telefons schien sogar die offizielle Hotline-Nummer seiner Bank auf. Möglich gemacht wurde dies durch sogenanntes Call-ID-Spoofing, bei dem Betrüger die angezeigte Rufnummer manipulieren. Der Anrufer gab vor, verdächtige Zugriffe auf das Konto stoppen zu wollen. In einem mehr als eineinhalbstündigen Gespräch gelang es ihm, das Vertrauen des 70-Jährigen zu gewinnen. Schließlich wurde der Mann dazu gebracht, mehrere Push-Nachrichten in seiner Banking-App zu bestätigen.

Freigabe des Überweisungslimits

Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei einer dieser Bestätigungen um die Erhöhung des Überweisungslimits. Kurz darauf wurden zwei hohe Geldbeträge auf unterschiedliche Konten transferiert. Der entstandene Schaden beläuft sich auf knapp 100.000 Euro. Noch während des Telefonats reagierte die Ehefrau des Opfers und nahm Kontakt mit einer Bankmitarbeiterin auf. Das Konto wurde umgehend gesperrt und weitere Transaktionen konnten verhindert werden. Dennoch war ein Großteil des Geldes bereits überwiesen. Der Kriminaldienst des Bezirks- und Stadtpolizeikommandos Leoben ermittelt gegen bislang unbekannte Täter.

Behörden warnen vor FinanzOnline-Phishing

Die Polizei berichtet von einer zunehmenden Zahl ähnlicher Fälle. Betrüger versenden massenhaft SMS und E-Mails, in denen vor einem angeblichen Ablauf der FinanzOnline-Registrierung gewarnt wird. Ziel ist es, Opfer auf gefälschte Webseiten zu locken und an sensible Daten zu gelangen. Das Finanzministerium stellt klar, dass keine Nachrichten mit Links zur Eingabe von Passwörtern oder Kontodaten versendet werden. Bürger werden dringend aufgefordert, derartige Nachrichten zu ignorieren, keine Links anzuklicken und keine persönlichen Daten preiszugeben.


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