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Chang’e 6 Mondprobe zeigt mögliche Ursache rätselhafter Magnetspuren

GUIYANG/CHINA. Wissenschaftler aus China haben in Proben der Mission Chang’e 6 erstmals Tetrataenit im Boden der Mondrückseite nachgewiesen. Das seltene Eisen-Nickel-Mineral könnte erklären, warum manche Regionen auf der Rückseite des Mondes bis heute auffallend starke Magnetspuren zeigen.

Studie bringt neuer Erkenntnisse zu Magnetspuren im Mondgestein; Bild: KI-generiert
Studie bringt neuer Erkenntnisse zu Magnetspuren im Mondgestein; Bild: KI-generiert

Wissenschaftler suchen seit Jahrzehnten eine Erklärung für die ungleich verteilten Magnetspuren auf der Mondoberfläche, besonders auf der schwer zugänglichen Rückseite. Der Mond verfügt heute über kein weltweites Magnetfeld mehr. Dennoch zeigen Messungen aus dem Orbit immer wieder einzelne Bereiche in der Kruste, die magnetisiert sind. Wie diese Zonen entstanden sind, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Die Mondprobe stammt aus dem Südpol Aitken Becken, einem sehr großen Einschlagbecken auf der Mondrückseite. Die unbemannte Mondsonde Chang’e 6 brachte 2024 insgesamt 1935,3 Gramm Material zur Erde und lieferte damit erstmals überhaupt Proben von dieser Mondseite.

Seltenes Mineral mit starker Wirkung

Tetrataenit ist ein hartes Magnetmineral. Es kann magnetische Information über sehr lange Zeit speichern und ist deshalb für die Forschung wichtig, wenn alte Magnetfelder oder lokale Magnetspuren untersucht werden.

Wie Eurekalert berichtet, fanden die Wissenschaftler das Mineral in feinkörnigem Mondboden, der durch Weltraumverwitterung verändert wurde. Damit ist gemeint, dass Staub und Gestein an der Oberfläche durch Mikrometeoriten und Teilchen aus dem All langsam umgebaut werden.

Einschläge dürften das Material geformt haben

Laut Studie geht das Forschungsteam davon aus, dass nickelreiches Material aus Meteoriten bei Einschlägen auf den Mond gelangte. Spätere Einschläge erhitzten dieses Material erneut, ehe es beim Abkühlen zu Tetrataenit wurde.

Die Forschenden sehen darin einen wichtigen Baustein für das Verständnis der Magnetgeschichte des Mondes. Das Mineral könnte helfen, starke lokale Magnetanomalien im Bereich großer Krater auf der Rückseite besser zu erklären.

Bedeutung für künftige Missionen

Die Arbeit stammt federführend vom Institut für Geochemie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Guiyang. Veröffentlicht wurde sie am 15. Jänner 2026 im Fachjournal Planet.

Für kommende Missionen ist der Befund relevant, weil Magnetanomalien die lokale Umgebung an der Oberfläche beeinflussen können. Solche Daten helfen auch dabei, Messungen auf der Mondrückseite künftig genauer einzuordnen.


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