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Hubble Weltraumteleskop weist Umkehr der Drehung bei kleinem Kometen nach

GREENBELT/USA. Wissenschaftler haben mit dem Weltraumteleskop Hubble erstmals Hinweise auf eine Umkehr der Drehrichtung eines kleinen Kometen gefunden. Betroffen ist Komet 41P, dessen Rotation sich nach seinem Sonnenvorbeiflug im Jahr 2017 erst stark verlangsamte und dann offenbar in die Gegenrichtung kippte. Die NASA stellte den Befund am Donnerstag, 26. März 2026, vor.

Wie Hubble nahelegt können Kometen ihre Drehrichtung ändern (Symbolbild); Foto: KI-generiert
Wie Hubble nahelegt können Kometen ihre Drehrichtung ändern (Symbolbild); Foto: KI-generiert

Der Komet 41P stammt nach Angaben der Forschenden wohl aus dem Kuipergürtel, also einer eisreichen Zone weit hinter Neptun. Heute zieht er auf einer von Jupiter beeinflussten Bahn alle 5,4 Jahre durch das innere Sonnensystem.

Wie die NASA auf ihrer Website berichtet, hatten Messungen schon 2017 gezeigt, dass sich die Rotation von 41P binnen weniger Wochen stark verlangsamte. Spätere Hubble Aufnahmen aus dem Dezember 2017 deuten nun darauf hin, dass der Komet danach wieder schneller rotierte und zwar mit einer Periode von rund 14 Stunden statt zuvor 46 bis 60 Stunden.

Gasstrahlen wirken wie kleine Triebwerke

Wenn ein Komet der Sonne näher kommt, erwärmt sich seine Oberfläche. Dabei geht gefrorenes Material direkt in Gas über und schießt als Strahl ins All, was den kleinen Himmelskörper wie ein winziges Triebwerk anschieben oder abbremsen kann.

Genau das dürfte bei 41P passiert sein. Weil die Gasstrahlen ungleich verteilt waren, bremsten sie die frühere Drehung erst ab und drückten den Kometen danach offenbar in die fast entgegengesetzte Richtung.

Winziger Kern reagiert besonders stark

Hubble half auch bei der Abschätzung der Größe des Kerns, also des festen Inneren des Kometen. Er misst nur etwa einen Kilometer und ist damit für einen Kometen sehr klein, was ihn besonders anfällig für solche Drehänderungen macht.

Zugleich zeigte die Untersuchung, dass 41P heute deutlich weniger Gas ausstößt als bei früheren Sonnenpassagen. Das spricht dafür, dass sich seine Oberfläche rasch verändert, etwa weil leicht flüchtiges Material verbraucht wird oder Staub eine isolierende Schicht bildet.

Entwicklung in ungewöhnlich kurzer Zeit

Solche Umbauten laufen bei Kometen oft über sehr lange Zeiträume. Bei 41P sehen Forschende die Veränderungen aber auf einer Zeitskala, die sich schon innerhalb weniger Jahre verfolgen lässt.

Modellrechnungen deuten zudem darauf hin, dass weitere starke Drehänderungen den Kometen instabil machen könnten. Dreht sich ein solcher Körper zu schnell, könnte er aufbrechen oder sogar ganz zerfallen.


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