Möglicher Durchbruch: Erstes westeuropäisches Schiff passiert wieder Straße von Hormus
IRAN. Ein französisches Schiff hat als erstes westeuropäisches Handelsschiff seit Beginn des Iran-Krieges die Straße von Hormus durchquert. Dabei soll es sich um ein Containerschiff des französischen Reederei- und Logistikkonzerns CMA CGM handeln.

Erstmals seit Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar hat ein Schiff mit westeuropäischen Verbindungen die strategisch wichtige Straße von Hormus passiert. Das berichtet „Bloomberg“ mit Verweis auf Schiffsverfolgungsdiensten.
Dabei soll es sich um den Containerfrachter „CMA CGM Kribi“ handeln, der zur französischen Reederei CMA CGM gehört.
Schiff bereits vor dem Oman
Das unter maltesischer Flagge fahrende Schiff verließ am Donnerstagnachmittag die Gewässer vor Dubai und nahm Kurs ostwärts entlang der iranischen Küste. Dabei nutzte es den offiziell freigegebenen Schifffahrtskorridor zwischen den Inseln Qeshm und Larak. Am frühen Freitagmorgen befand sich das Schiff bereits vor der Küste von Maskat im Oman.
Während der Passage sendete das Schiff aktiv Signale, die seine französische Eigentümerschaft auswiesen.
Durchfahrt mit Iran abgestimmt
Seit Anfang März hatte die „CMA CGM Kribi“ — wie zahlreiche internationale Frachter — im Persischen Golf gewartet, nachdem der Konflikt den kommerziellen Schiffsverkehr nahezu zum Erliegen gebracht hatte. Branchenkreisen zufolge wurde die Durchfahrt im Vorfeld mit iranischen Behörden abgestimmt.
Das Schiff ist Teil einer Handelsroute zwischen Indien, der Golfregion und Afrika und soll nach Pointe-Noire in der Republik Kongo unterwegs sein. Zuvor hatten bereits Schiffe mit chinesischen Verbindungen die Meerenge erfolgreich passiert.
Testfall für internationale Handelsschifffahrt
Die Fahrt gilt als möglicher Testfall für die internationale Handelsschifffahrt. Sollte sich der Sicherheitskorridor als zuverlässig erweisen, könnten weitere Reedereien ihre Transporte durch die Straße von Hormus wieder aufnehmen.
Parallel dazu wurde erstmals seit Beginn der Kämpfe auch wieder ein LNG-Tanker in der Region registriert. Das Schiff „Sohar LNG“, das aktuell ohne Ladung unterwegs ist, steuerte nach Kursänderung das LNG-Exportterminal Qalhat im Oman an und begann die Passage durch die Meerenge.
Die erfolgreiche Passage der „CMA CGM Kribi“ könnte dennoch als vorsichtiges Signal für eine mögliche Wiederaufnahme internationaler Handelsrouten gewertet werden — vorausgesetzt, der von Iran kontrollierte Korridor erweist sich in den kommenden Tagen als verlässlich und sicher.
Chinesische Schiffe passierten Straße von Hormus
In Friedenszeiten passieren rund 20 Prozent der weltweiten Transporte von Rohöl und Flüssigerdgas die Straße von Hormus, einen der wichtigsten maritimen Engpässe der globalen Energieversorgung.
Zu Beginn des Konflikts hatten mehrere Reedereien ihre Schiffe bewusst mit chinesischen Verbindungen gekennzeichnet oder entsprechende Signale gesendet, um politische Neutralität zu demonstrieren und das Risiko iranischer Angriffe zu verringern. China bedankte sich am Dienstag offiziell, nachdem drei mit dem Land verbundene Schiffe — darunter zwei Containerschiffe des staatlichen Konzerns Cosco — die Passage erfolgreich absolviert hatten.


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