Gesundheitszustand von inhaftierter Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi immer kritischer
ZANJAN. Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi befindet sich nach Angaben ihres Umfelds in kritischem Zustand. Nach einem Herzinfarkt im März habe sich ihr Gesundheitszustand im Gefängnis von Zanjan weiter verschlechtert. Familie und Rechtsbeistände drängen auf rasche medizinische Hilfe.

Wie France 24 am 15. April 2026 berichtete, durfte Mohammadi am Samstag zum zweiten Mal binnen weniger Wochen von ihrer in Iran lebenden Familie und ihrem Rechtsteam besucht werden. Dabei seien deutliche Anzeichen einer weiteren Verschlechterung festgestellt worden. Mohammadi wirke stark geschwächt, blass und habe deutlich an Gewicht verloren.
Der aktuelle Alarm folgt auf Berichte über einen Herzinfarkt Ende März. Unterstützer werfen den iranischen Behörden vor, notwendige Spezialbehandlungen nicht ausreichend zu ermöglichen und Mohammadi weiter unter Bedingungen festzuhalten, die ihre Lage zusätzlich verschärfen könnten.
Zweite Visite verstärkt die Sorge
Nach Angaben aus Mohammadi Umfeld war der jüngste Besuch die zweite persönliche Kontrolle innerhalb eines Monats. Gerade dieser erneute Eindruck habe die Sorge verschärft, weil der Zustand nun nicht mehr nur als schwach, sondern als kritisch beschrieben werde.
Ihr Unterstützerkreis fordert deshalb eine sofortige externe medizinische Versorgung. Im Zentrum der Kritik steht, dass Mohammadi trotz bekannter gesundheitlicher Probleme offenbar nicht durchgehend Zugang zu jener Behandlung erhält, die ihr Zustand erfordert.
Seit Jahren im Visier des Regimes
Mohammadi erhielt 2023 den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz gegen die Unterdrückung von Frauen in Iran sowie für Menschenrechte und Freiheit. Nach Angaben von Nobel Prize Outreach wurde sie im Lauf der Jahre 13 Mal festgenommen und insgesamt zu 31 Jahren Haft und 154 Peitschenhieben verurteilt.
Ihr Fall steht seit Monaten im Mittelpunkt internationaler Kritik. Die neuen Berichte aus Zanjan erhöhen nun den Druck auf die iranische Führung, Mohammadi rasch eine angemessene medizinische Behandlung außerhalb des Gefängnisses zu ermöglichen.


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