Schock für Pensionisten: Warum plötzlich hohe Steuernachzahlungen drohen
ÖSTERREICH. Immer mehr Pensionisten in Österreich gehen neben der Pension noch einer Beschäftigung nach, doch vielen ist nicht bewusst, dass das teuer werden kann.

In manchen Fällen drohen Nachzahlungen von mehreren tausend Euro.
Getrennte Versteuerung wird zur Falle
Das Kernproblem liegt im Steuersystem: Pension und Arbeitseinkommen werden während des Jahres getrennt besteuert. Erst beim Steuerausgleich werden beide Einkünfte zusammengezählt und als Gesamteinkommen bewertet. Die Folge: Viele Betroffene haben im Jahresverlauf zu wenig Lohnsteuer bezahlt, ohne es zu merken. Die tatsächliche Steuer wird erst im Nachhinein berechnet – oft mit überraschendem Ergebnis.
Progression treibt die Steuer nach oben
Durch das progressive Steuersystem steigt der Steuersatz mit höherem Einkommen deutlich an. Wird die Pension mit einem Nebenjob kombiniert, rutschen viele in eine höhere Steuerstufe. Statt einer erwarteten Rückzahlung kommt es dadurch häufig zu Nachforderungen.
Geringfügige Jobs besonders tückisch
Vor allem bei geringfügigen oder niedrig entlohnten Jobs wird oft keine Lohnsteuer einbehalten. Beim Steuerausgleich wird das gesamte Einkommen jedoch berücksichtigt, dadurch entsteht plötzlich eine Steuerpflicht.
Wegfall von Begünstigungen
Zusätzlich können mit steigendem Einkommen bestimmte steuerliche Vorteile für Pensionisten reduziert oder gestrichen werden. Dadurch erhöht sich die Steuerlast weiter.
Nachzahlungen im vierstelligen Bereich
Typische Nachforderungen liegen zwischen 500 und 1.500 Euro. Je nach Einkommenshöhe und Beschäftigungsumfang können jedoch auch 2.000 bis über 3.000 Euro fällig werden.Warum viele überrascht sindDer „Schockeffekt“ entsteht, weil die Nachzahlung erst mit dem Steuerbescheid sichtbar wird. Über das Jahr verteilt wirkt die Belastung unsichtbar, am Ende kommt sie geballt und wird fällig.

