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Condor-Boeing 757: Kult-Flieger D-ABOL bekommt in Österreich ein zweites Leben

Tips LogoThomas Leitner, 05.05.2026 10:03

ÖSTERREICH. Ein legendärer Condor-Jet verschwindet nicht einfach vom Himmel. Aus der Boeing 757 D-ABOL entstehen jetzt begehrte Sammlerstücke.

Luftfahrt-Legende D-ABOL von Condor wird jetzt zum Erinnerungsstück (Foto: Aviation Upcycling GmbH)
  1 / 6   Luftfahrt-Legende D-ABOL von Condor wird jetzt zum Erinnerungsstück (Foto: Aviation Upcycling GmbH)

Sie flog Urlauber ans Meer, prägte den Ferienflugverkehr und wurde für viele Luftfahrtfans zur echten Ikone. Jetzt beginnt für die ehemalige Condor Boeing 757 mit der Registrierung D-ABOL ein völlig neues Kapitel.

Ein Abschied mit Gänsehaut-Faktor

Mit der Außerdienststellung der Boeing 757 hat Condor 2025 ein prägendes Stück Unternehmensgeschichte beendet. 35 Jahre lang war dieser Flugzeugtyp Teil der Flotte, insgesamt 33 Maschinen kamen bei der Airline zum Einsatz. Kaum ein Jet stand so sehr für die goldene Ära des europäischen Ferienflugs wie die 757.

Die D-ABOL zählt zu den letzten aktiven Exemplaren dieses Typs bei Condor. Nun wurde ihr Rumpf vom österreichischen Unternehmen Aircrafttag übernommen und nach Österreich gebracht. Dort wird er in Kooperation mit Condor nachhaltig aufgearbeitet.

Vom Urlaubsjet zum Sammlerstück

Aircrafttag wurde von aktiven und ehemaligen Piloten sowie Flugbegleitern gegründet. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, originale Flugzeugmaterialien zu retten und in limitierte Erinnerungsstücke zu verwandeln.

Aus der Außenhaut der D-ABOL entstehen nun unter anderem Schlüsselanhänger, Gepäckanhänger, Glasuntersetzer und weitere Objekte. Jedes Stück wird eindeutig gekennzeichnet und bleibt direkt diesem Flugzeug zugeordnet. Damit wird aus einem ausgemusterten Jet ein greifbares Stück Luftfahrtgeschichte.

Warum die Boeing 757 so besonders war

Die Boeing 757 wurde Anfang der 1980er-Jahre entwickelt und galt lange als eines der stärksten Schmalrumpfflugzeuge ihrer Generation. Reichweite, Effizienz und enorme Startleistung machten sie weltweit zum Arbeitspferd vieler Airlines.

Besonders im Ferienflugverkehr spielte sie ihre Stärken aus. Sie flog dichte Kurzstreckenrotationen, brachte Urlauber in den Süden und war sogar für transatlantische Einsätze geeignet.

Power, Ästhetik und viel Nostalgie

Für Aircrafttag-Gründer Ralph Wansch hat der Jet auch eine persönliche Bedeutung: „Obwohl ich die meiste Zeit meines Fliegerlebens Airbus geflogen bin, ist die Boeing 757 wegen ihrer Ästhetik und Power für mich das schönste Flugzeug.“

Aircrafttag will mit dem Projekt bedeutende Flugzeugtypen nicht verschwinden lassen. Statt vollständiger Verschrottung setzt das Unternehmen auf nachhaltige Wiederverwendung, Dokumentation und Transparenz. Gerade Maschinen wie die Boeing 757, die zunehmend aus dem Liniendienst verschwinden, werden damit zu begehrten Zeugen moderner Luftfahrtkultur.


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